Batterie, Kleine Batteriekunde

Sandero Pate

Erfahrener Dacianer
Beiträge
198
Fahrzeug
Spring, Sandero
Modell
Comfort+ Celebration
Motor
E Maschine TCe90
Nichts hält ewig, auch die Batterie nicht. Gerade im Winter...
Dann gibt es hier Hilfe oder beim Freundlichen.
Richtig günstige Batterien bekommt in der heutigen Zeit im Netz.
Mit den Information die man hier findet ist dann selber tauschen auch nicht schwer
;)


AGM oder EFB Batterien sind eigentlich nur bei Start Stopp nötig. Mancher baut sich die auch ohne ein. Sollen länger halten weil sie anders gebaut sind. Auf Batterie Größen gehe ich hier nicht ein - messen kann mal jeder.

Kleine BatterieKunde:

Vorab, der Generator kann eine Batterie niemals auf 100 % laden.

Unter guten Bedingungen wird in modernen Fahrzeugen ein Ladungsgrad von 90–95 % erreicht.

Um eine Batterie vollzuladen, muss sie mit höherer Spannung als üblich geladen werden.

Für eine vollständige Ladung ist ein Batterieladegerät erforderlich, das über einen langen Zeitraum (20–30 h) und mit niedriger Stromstärke (8–12 % der Batteriekapazität in Ah) läd.

Die Ladefähigkeit sinkt mit der Temperatur. Bei –20 °C kann eine Batterie nur 1/10 des Stromes aufnehmen, den eine Batterie aufnimmt, die bei 25 °C aufbewahrt oder betrieben wird.

Schwache Ladung in Verbindung mit kurzen Fahrstrecken ist der Hauptgrund winterlicher Batterieprobleme!

Das Batterieladegerät muss eine ausreichende Leistung haben, um Batterie mit 8–12 % ihrer Kapazität (in Ah) zu versorgen.100-Ah-Batterie benötigt also ein Laden mit 10 A.
Gibt es im Dacia nicht wohl aber die 61Ah - wären dann 6.1A
Entladenen Batterien müssen mindestens 20 Stunden lang geladen werden, bis sie wieder vollgeladen sind.
Sollte das Ladegerät nur einen Kleinen Ladestrom liefern brauchte es dann länger!

Batterien solten geladen werden, wenn die Spannung weniger als 12,54 V beträgt oder die Dichte unter 1,25 g/cm³ (bei +25 °C) liegt.

Beim Laden steigt die Batteriespannung schnell auf ca. 12,9 V und dann langsam auf bis zu 13,8–14,4 V, sobald die Gasproduktion beginnt. Sobald die Gasproduktion beginnt, muß der Ladestrom verringert werden.

Deshalb sollte stets ein Batterieladegerät verwendet werden, das den Ladestrom und die Ladespannung dahingehend in einer Ladekurve steuert und begrenzt. Diese Ladekurve hängt von Ladestrom, Batteriezustand, -Art usw. ab.

Allgemein gilt:Nachdem die Spannung an den Klemmen einen Wert von 14,4 V erreicht hat, Batterien noch 5 Stunden lang laden.

Eine entladene Batterie wird mit einem oben genannten Ladegerät wie folgt geladen:
Erster Schritt

Es wird mit maximalem Strom (abhängig von Batteriekapazität und Leistung des Ladegerätes) geladen bis die Batterie eine Kapazität von ca. 90 - 95% erreicht hat. Die Spannung liegt hier ca. 1 - 1.5 Volt unter der Erhaltungsspannung der Batterie.
Zweiter Schritt

Die Spannung wird erhöht und der Strom geht zurück. Diese Spannung ist abhängig vom Batterietyp und ist in jedem Fall höher als die Erhaltungsladung. Zum Beispiel bei einer Gel-Batterie sind hier 14.4 Volt unbedingt nötig um die Batterie 100 % zu laden, man nennt dies Gasungsphase.
Dritter Schritt

Nach Erreichen der 100 %-Ladung wird die Spannung auf die Erhaltungsspannung zurückgenommen z. B. auf 13.8 Volt. In dieser Phase kann die Batterie auch dauernd am Ladegerät angeschlossen bleiben.

Eine aussagekräftige Messung mit Voltmeter kann nur im Ruhezustand der Batterie gemessen werden, d. h. die Batterie muss mindestens 24 Stunden mit einem geeigneten Ladegerät geladen werden. Anschliessend wieder 24 Stunden ohne Ladung und Entladung ruhen. Danach kann mit einem präzisen Voltmeter die Spannung gemessen werden.

Es gilt in der Regel:

12.80 Volt = 100%

12.55 Volt = 75%

12.30 Volt = 50%

12.20 Volt = 25%

12.00 Volt = <5%


Um eine Batterie als defekt oder von der Kapazität her als nicht mehr brauchbar zu erkenen, benutzen wir ein spezielles Messgerät (wer es hat), das den Innenwiderstand (RI) der Batterie in milli-Ohm misst.

D. h. geringer Innenwiderstand = Batterie neu oder gut.

Ein hoher Innenwiderstand = Batterie alt oder defekt.



Die Angaben C 5, C 10 oder C 20 auf den Batterien nennt man Entladeraten. Sie beziehen sich auf die Entladezeit (C 5 = 5 Std. Entladung, C 10 = 10 Std. Entladung, usw.).

Ein Beispiel: Eine Batterie hat die Angaben 12 Volt 200 Amp/h C 20; dies bedeutet die Kapazität wird in 20 Stunden verbraucht sein. Dies entspricht einem Entladestrom von 10 Amp. in 20 Stunden. Wird der Batterie Strom von 20 Amp. entzogen so wird diese in 10 Stunden entladen sein!

Jetzt noch zur Zyklenfestigkeit einer Batterie.

Was ist ein Zyklus?

Es stellt einen Ablauf einer Batterie über die Entladung und eine vollständige Ladung auf 100 %. Wenn also bei einer Batterie von 100 möglichen Zyklen gesprochen wird, entspricht dies 100 Entladungen und 100 Ladungen bis die Batterie merklich an Kapazität verliert, also zum Wechsel ansteht.

Bei Nass-Batterien, je nach Qualität sind etwa 250 bis 300 Zyklen zu erwarten!

Früher hatte man brummende, einfache Ladegeräte mit so genannten Gleichrichtern ohne Glättung der Restwelligkeit (Wellenanteile der Sinuskurve vom 50Hz Netz), so dass Wechselstromanteile in die Batterie flossen. Auch im Zuge der Batterieentwicklung wurde an der Effizienz der Bleiplatten gearbeitet, d. h. diese wurden immer mehr mit fremden Anteilen legiert um einerseits die chemischen Prozesse in der Batterie zu verfeinern und anderseits dem markant gestiegenen Bleipreis gerecht zu werden. Dies führt dazu, dass die alten und leider auch heute noch erhältlichen Ladegeräte für die neuen Batterien verwendet werden. Diese Ladegeräte gehören fachgerecht entsorgt und sollten für neue Batterien nicht mehr verwendet werden. Denn sie zerstören nachhaltig die Batterien und führen zu Kurzlebigkeit der Energiespender.

Um eine heutige Batterie richtig zu laden, ist nicht nur ein Transformator und ein Gleichrichter notwendig, sondern es werden sehr hohe Anforderungen an die Ladegeräte gestellt. Ein gutes Ladegerät hat eine elektronische Regelung, die auch wirklich eine 100-prozentige Ladung der Batterie gewährleistet. Man nennt diese Regelung I/O/U/W.

Solche Ladegeräte führen eine Kennzeichnung-DIN 41772.

Was bedeuten nun diese Kürzel. I ist die Abkürzung für Ampere, also für den Strom. O ist das Kürzel für eine automatische Änderung der Ladekennlinie. U steht für Volt und ist die Konstantspannungsladung, W bedeutet Ladung mit konstanter Leistung.

Sicherheitstipp: Bei Arbeiten an der Batterie immer erst den Minus Pol abklemmen dann den Plus. Beim wieder anklemmen anders rum. Sonst Kurzschluss Gefahr = Schaden am Auto und Körper (Verbrennungen) möglich!!!
Oder auch Plus auf Masse das knallt Klasse
;)
:D
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin @Sandero Pate .
Danke für den ausführlichen Beitrag.
Ich habe ein etwas älteres Ansmann Typ BCV 12-4.
Aufgebaut gemäß EN 60-335-2-29
Ladekennlinie W/U.
Das dürfte ich doch sicherlich zum Laden der 12V Batterie
meines DIII Hybrid nutzen.......falls es einmal sein müsste, oder?
 
Ich habe ein etwas älteres Ansmann Typ BCV 12-4. ....
Das dürfte ich doch sicherlich zum Laden der 12V Batterie
meines DIII Hybrid nutzen.......falls es einmal sein müsste, oder?
Zu Deinem Gerät habe ich leider kein Handbuch gefunden, nur eine Kurzübersicht. Ich persönlich würde es nicht mehr an neueren Batterien verwenden.
 

Batterie, Kleine Batteriekunde ....​

Dem allermeisten von dem, was Du geschrieben hast, stimme ich zu.
Da sind so Kleinigkeiten ("Was bedeuten nun diese Kürzel. I ist die Abkürzung für Ampere"), die werden fachlich gesehen anders formuliert. Aber wir sind ja hier nicht in einem Elektronik-Forum.

Kniffeliger wird es, wenn es um Klemmenspannungen geht. Hier hast Du nicht geschrieben, zu welchem Zeitpunkt die Messung stattfinden soll. (Ruhespannung wird i. d. R. VOR Belastung der Batterie vorgenommen. (Ich übertreibe jetzt bewußt) Die Messung findet nicht nach 2 min. Orgeln statt. Geladene Batterie: Miss doch mal selbst eine geladene Batterie, sofort, nachdem Du das Ladegerät abgeklemmt hast, dann nach 10 min, nach 3h und nach 48h. Du wirst staunen.... Und wie Du schon angedeutet hast: In der (Elektro-) Chemie wird alles von der Temperatur beeinflusst. (Stichwort: Temperaturkompensierte Ladespannung)

Auch die alte, 'dumme' Bleibatterie ist, wenn man in die Tiefe geht, ein durchaus komplexes Thema, das man nicht in 2 oder 20 DIN-A4-Seiten quetschen kann. Aber wenn die Hälfte der User hier Deine "Batteriekunde" komplett gelesen haben und sich davon 10 % merken, ist schon viel gewonnen!
 
Nennt mich pedantisch, aber I steht für Strom und der wird dann in Ampere gemessen. Zu Ehren von André-Marie Ampère. Genauso haben wir bei U, der Spannung, die Messung in Volt. Alessandro Volta wurde hier als Namenspate ausgewählt. Physiker haben eine Schwäche dafür, die Leistung von anderen Physikern in Maßeinheiten zu ehren.

Das hier erfolgte Durcheinanderbringen von Ampere als Maßeinheit mit Strom usw zieht sich seit Jahren durch die Motor/Dacianer/.../ - Foren im deutschsprachigen Raum.

Ansonsten ist es eine sehr umfangreiche Kurzanleitung für Batterien.

Der Innenwiderstand einer Batterie lässt sich nicht direkt mit einem Multimeter messen.
Stattdessen wird er indirekt mithilfe des Ohmschen Gesetzes bestimmt. Dazu misst man zunächst die Leerlaufspannung der Batterie. Anschließend wird eine bekannte Last angeschlossen und sowohl die dabei anliegende Spannung als auch der fließende Strom erfasst. Aus der Differenz zwischen Leerlauf- und Lastspannung und dem gemessenen Laststrom ergibt sich der Innenwiderstand nach der Formel
Rinnen= (ULeerlauf−ULast) / ILast
Spezielle Batterietestgeräte können diese Messung und Berechnung automatisch durchführen.

 
@AngryPhotographer

Wenn du schon genau sein möchtest, dann aber bitte richtig:

Stromstärke: Formelzeichen I, Einheit Ampere (A) (Bemerkung: A ist eine der 7 SI-Basiseinheiten)
Spannung: Formelzeichen U, Einheit Volt (V)
Widerstand:
Formelzeichen R, Einheit Ohm (Ω)

Bemerkung/Zitat:
"Das hier erfolgte Durcheinanderbringen von Ampere als Maßeinheit mit Strom ..."
Doch, das Ampere ist die (Maß)einheit für den Strom, siehe oben
 
@First Dacia ,
du hast doch einen Vollhybriden 1.6L und die 12 V Batterie hinten links und 230V ,oder hast du einen mit 48V?
 
@1.8 R4
Soviel ich weiss hat der Duster III Hybrid 140 folgende Batterien und Akkus:

12 V EFB oder AGM Bordnetzbatterie mit 60 - 70 Ah (je nach Modell/Serie)
230 V Hochvolt Li-Ion Hybridakku (Traktionsbatterie) mit 1.2 kWh
 
Meine ich auch. Daher die BA lesen:
Kurze Spende von "ADAC" an den Hilfspolen im Motorraum zum Starten ist ok. Die 12V und die 230V wird durch Batteriemanagement und Software gesteuert und somit geladen.
Eine Stromspende von Vollhybriden 140 bzw.155 an andere Fahrzeuge ist verboten, da Schäden an der Microelektronik entstehen könnten.
Wer es nicht glaubt muss fühlen:
Die Rufnummer von Dacia Assistance ist ja auf der Fahrersonnenblende....
 
Vielen Dank für diesen Threads @Sandero Pate, er kommt gerade wie gerufen (y)!
Nun zu meiner Frage (die hoffentlich hierher passt):
Das System vom 2021er Sandero III meiner Frau brachte vor kurzem mehrmals die Meldung "Prio Batterie laden".
Die Meldung tauchte zwar nach einer längeren Fahrt nun nicht mehr auf aber da der Sandero Reha-bedingt demnächst für 3 Wochen nicht bewegt wird möchte ich die EFB-Batterie laden,als Ladegerät habe ich das CTEK MXS 5.0.
Die BA ist was das laden der Batterie angeht leider nicht sehr aussagekräftig,oder ich habe was überlesen :unsure:.
Die EFB-Batterie soll ja soweit mir bekannt im "Normal-Mode" mir 14,4 V geladen werden.
Ich bin mir nur nicht sicher ob ich die Starthilfe-Laschen an der Batterie auch zum laden der Batterie verwenden kann oder ob es nicht besser wäre wie eigentlich üblich für den Minuspol einen Massepunkt an der Karosserie zu nehmen?
Ein dickes Kabel geht ja direkt vom Minuspol der Batterie an die Karosserie.
 
@VoMi62

Eine EFB wird genau geladen wie eine normale Bleisäure- Batterie. Richtig! Nur eine AGM wird anders behandelt.
Ladespannung ist da anders. Mach nicht jeder so.

Ich nutze auch das CTEK habe zwei. Ein altes 4er und auch das 5er. Bei der Schnell - Ladebuchse habe ich den Minus an die Masse vom Auto geschraubt, Plus an die Batterie Direkt.. Mit den Zangen macht man das auch so.

Ich lade auch immer mal zwischen durch nach ab den Autos schadet nie.
 
@Sandero Pate :
Vielen Dank für deine Antwort (y)!
Früher war das laden ja relativ einfach aber heute mit EFB/AGM/GEL-Batterien plus dem ganzen Elektronik-Klimbim wie BMS & Co. sollte man schon wissen was man tut ;).
 
@VoMi62

Eine EFB wird genau geladen wie eine normale Bleisäure- Batterie. Richtig! Nur eine AGM wird anders behandelt.
Ladespannung ist da anders. Mach nicht jeder so.

Ich nutze auch das CTEK habe zwei. Ein altes 4er und auch das 5er. Bei der Schnell - Ladebuchse habe ich den Minus an die Masse vom Auto geschraubt, Plus an die Batterie Direkt.. Mit den Zangen macht man das auch so.

Ich lade auch immer mal zwischen durch nach ab den Autos schadet nie.
Für die CTEK gibt es neben dem beiliegenden Kabel (mit Ösen) auch die Variante für die 12V-Steckdose (früher Zigarren-/Zigarettenanzünderbuchse)
 
Schützt auch vor Überladung, da die Bordsteckdosen am Zündungsplus hängen…
 
Überladen sollte doch bei den heutigen qualitativ guten Ladegeräten mit automatischer Umschaltung auf Erhaltungsladung eigentlich kein Thema mehr sein,oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben