Autohaus König insolvent?

Dieter_St

Dacianer-Fahrer
Beiträge
21
Bei der Welt gibt es Berichte, dass die Firma Autohaus König (Größter Renault Händler und erster DACIA Händler Deutschlands) Insolvenz angemeldet hat.
Im Handelsregister habe ich "noch" keinen Antrag gefunden.

Das nur für die Leute, die vorhaben da ein Auto zu bestellen, oder eins bestellt und angezahlt haben. Ich würde keinerlei Zahlungen leisten, bis die Gerüchte entweder bestätigt, oder widerlegt sind.

Anzahlungen könnten unter Umständen in die Insolvenzmasse fallen.

LG

Dieter
 
lt. "Welt" 212 Mio. verbindliche Fällichkeiten und Insolvenz beantragt.



solche Sachen sind im Mist, vor allem für die Mitarbeiter. Leider Gottes wird er nicht der letzte sein.
Irgendwann haben wir blühende Landschaften, aber keine Arbeit mehr. Bei uns hier im Sauerland geht eine Firma nach der anderen den Bach runter, da 100 Arbeitsplätze, da 900 usw.usw.
 
Die Insolvenz hat sich laut Medienberichten bestätigt. Die "Autohaus Gotthard König GmbH" hatte zum Zeitpunkt der Insolvenzanmeldung (gestellt beim AG Charlottenburg am 26.08.2026) mehr als 212 Millionen Euro fällige Verbindlichkeiten. Liquide Mittel waren jedoch nur in Höhe von 1,3 Millionen Euro vorhanden, dazu nicht abgerufene Kreditdarlehen in Höhe von rund 250.000 Euro. Mit anderen Worten: Gerade mal 0,7 Prozent der Verbindlichkeiten hätten bezahlt werden können.

Damit stehen 82 Standorte mit 1.200 Mitarbeitern vor dem Aus. Für mich auch persönlich interessant, da ich bei König vor 8 Wochen ein Angebot für einen Renault Clio in Maximalausstattung bekommen hatte, das über 3.000 Euro unter Listenpreis lag. Da mir aber vom Design und Fahrverhalten dann doch der Dacia Sandero besser gefiel und der auch noch sofort verfügbar war, fiel dann die Entscheidung gegen den Clio und auch gegen das AH König.

Man kann dann wohl nur hoffen, dass keine Forumsmitglieder auf einen Wagen warten, der über König bestellt wurde und auch keine Anzahlungen geleistet wurden.
 
Jo, die Autobranche macht so ganz langsam flächendeckend auch an lukrativeren Orten offenbar die Grätsche. Kaufkraft ist halt im Keller. Ich kann auch nicht mehr. Langt fürs bisher noch tägliche Überleben sag ich mal. Bei uns schliesst z.B. HELLWEG, war mal einer der umsatzstärksten Einzelfilialen im Konzern. Hab dort gejobt. Und wir sind ein "reicher" Landkreis in Südhessen.
 
Kein Wunder wenn die Leute lieber selbst am Auto rumbasteln als zum Fachbetrieb zu gehen. Und jene welche noch den Service beim Fachbetrieb machen lassen, bringen das Öl und die Ersatzteile selbst mit.

Aber wenn ein Betrieb wegen der Geiz-ist-Geil-Mentalität schliessen muss, ist der Aufschrei gross.

Gleiches kennen wir ja vom Detailhandel. Man kauft lieber On-Line beim Billigstanbieter und wenn deswegen der Laden an der Ecke schliesst, so ist man empört.
 
So eine Insolvenz hat in meinen Augen andere Gründe!
Leute die ihre Autos selber reparieren gabs schon immer und wegen mitgebrachtem Öl etc. geht auch keiner insolvent!
Wie @Dieter_St schon geschrieben hat dürfte es eher unter anderem mit den Vorgaben der Autohersteller bezüglich der Austattung der Autohäuser zu tun haben.
Dazu kommen dann noch womöglich Abnahmeverpflichtungen von Autos die auch finanziert sein wollen.
Wenn ich sehe was bei meinem Dacia-Händler vor Ort an Neuwagen rumstehen,von den Renault,BMW und Mini die er auch noch im Sortiment ganz zu schweigen..das will alles bezahlt sein.
Dann noch die ganzen Gebrauchtwagen die auch noch als totes Kapital auf dem Hof stehen;da kommen ganz schöne Summen zusammen und dann ist es immer noch nur ein Autohaus und nicht wie im Fall König über 80 !
Mal sehen wie die Geschichte weitergeht denn so eine Insolvenz bedeutet ja nicht zwangsläufig das alles dicht gemacht wird!
Man kann nur für die Kunden wie auch die Beschäftigten hoffen das es weitergeht!
 
Kein Wunder wenn die Leute lieber selbst am Auto rumbasteln als zum Fachbetrieb zu gehen.
War ja klar das von dir wieder so ein Statement kommt.
Unsere Jüngste hatte gestern ihren 110er Jogger bei der Inspektion. (Bob, Essen) Mein Schwiegersohn fragte mich etwas verstört ob ich auch soviel zahlen musste......
Mal eben 580€ für normalen Service A+B.
Habe vor einigen Tagen ein kleines Roggenvollkornbrot, 2 Croissants und 2 Laugenstangen gekauft. Als die Dame "Das macht dann 12,30€ bitte" sagte bin ich zusmmengezuckt.
Und zu deinem Teilehandel Argument. Wenn Renault 3 Zündkerzen von NGK für 152€ verkauft, die gleichen beim Onlinehandel aber nur 38€ kosten, ist es eigentlich kein Wunder das nicht noch mehr Autohäuser über den Jordan gehen.
 
Ich kann @Seehase nur zustimmen. Man weiß nicht mehr wo man die Kohle hernehmen soll.
Bis vor gar nicht so langer Zeit hatte ich für den Wocheneinkauf für mich alleine immer so rund um 35€ bezahlt. Jetzt komme ich unter 50€ nicht mehr hin. Liest sich nach relativ wenig, läppert sich auf Dauer aber ganz schön zusammen, das sind aufs Jahr gerechnet 780€ Mehrausgaben.
Sicher, der von Joggerie61 angesprochene Fachbetrieb hat für die Firma das gleiche Problem. Allerdings kann er das mit höheren Preisen nicht ausgleichen, die Kunden bleiben weg. Er müßte also auf anderem Weg den Umsatz steigern. Fragt sich nur wie das bewerkstelligen.
 
Ich verdiene ganz gut, aber wenn ich für eine simple Reparatur an einem Auto 1000+ Euro bezahlen müsste, wäre ich schon raus (auch aus Prinzip, weil es in keinem Verhältnis mehr steht - deshalb mache ich es privat). Ein Großteil des monatlich fließenden Geldes ist für alltägliche Ausgaben vorgesehen, Ersparnisse werden jetzt für Heizöl (Mietobjekt, deshalb Heizölzwang im Moment) angerissen. Große Investitionen sind ausgeschlossen, weil ich immer davon ausgehen muss, dass der (recht krisensichere) Arbeitgeber auch auf die Lage reagieren muss.
 
Für mich ist die ganze Autoindustrie in Deutschland schon lange viel zu teuer. Und es bestehen auch keine Anzeichen das es mal preiswerter werden könnte. Deswegen bin ich ja bei Dacia gelandet. Aber auch hier ziehen die Preise in die Höhe. Die Lebensmittel steigen andauernd und die Mieten sowieso. Die Armut greift immer mehr um sich. Wie soll man sich da noch ein neues Auto leisten bzw. abbezahlen ?
Da wird es in den nächsten Jahren noch so einige Autohäuser und auch Werke wie VW treffen.
 
Wobei VW das selber verbockt hat.
Bauen schlechte Autos zu überteuerten Preisen.
Dann muss noch jede Kleinigkeit gegen Aufpreis dazukonfiguriert werden...
Alle vom Abgasskandal betroffen (lch) kaufen sowieso nie wieder einen VW...
Gleichzeitig zahlen sich die Vorstände und Aktionäre Boni aus.... Da muss man kaputtgehen.
Der Staat / das Land Niedersachsen werden es schon richten, denn die sind ja beteiligt.
Ist ja nur UNSER Steuergeld.
 
das ist ja die sogenannte Kettenreaktion. Eine bzw. mehrere Firmen schließen und das schlägt durch bis in den Einzelhandel, weil das Geld dann fehlt, um beim Bäcker neben der Firma sein Frühstück zu holen.
Die meisten Firmen sind oft selbst schuld, Missmanagment, zu wenig Abnehmer der Produkte oder kein breitgefächtertes Sortiment.
Bei Autohäusern sehe ich das etwas anders wie bei Firmen da ich ja selbst mal nebenher dort geschafft habe und einen ziemlich guten Einblick hatte. Die Forderungen der Autohersteller werden immer höher, bis vor 2/3 Jahren haben sie sich noch an den vorgeschriebenen Umgestaltungen der Autohäuser beteiligt, seither nur Vorschrift- friss oder stirb. dazu dann die Kontigente die abgenommen werden müssen. Da stehen dann früh 2 volle Autotransporter da, obwohl der Hof voll ist. Die Ankündigung kam 2 Tage vorher und es waren Modelle mit nicht nachgefragter Ausstattung oder "komischen" Farben. Beihilfen zum Verkauf -vergiss es.
VW ist noch eine ganz andere Hausnummer, durch die Beteiligung des Landes Niedersachsen und der starken Gewerkschaften ist ein vernüftiges Managment garnicht möglich, für mich ist VW kurz vorm Kommunismus und wie der endete wissen alle.
 
Ich kann das hier in meiner Gegend nicht erkennen, dass die Betriebe darunter leiden, dass alle ihre Autos selber reparieren. Ich kenne drei freie Werkstätten persönlich und die platzen fast vor Aufträgen, da hast du immer Wartezeit.

Ich selber mache Kleinigkeiten und Ölwechsel auch selbst, wenn ich die Zeit finde. Wenn nicht, darf die Werkstatt meines Vertrauens da auch ran.

Die passenden Probleme haben andere schon gut beschrieben.

Aber 212 Millionen Euro offene Verbindlichkeiten, die nicht ansatzweise gedeckt waren? Das war dann schon eine lange absehbare Insolvenz, in die mit vollem Bewusstsein gesteuert wurde.
 
Dazu passt diese Meldung:
 
Vielleicht etwas off-topic aber angesichts dieser Insolvenz auch nicht ganz unpassend:

Aktuell sehe ich bei vielen meiner Unternehmerfreunde auch die Tendenz, sich komplett von ihren Unternehmen zu trennen. Denn durch Mindestlohn, Energiekosten, Steuerbelastung und die ständig zunehmende Bürokratie lohnt es sich in vielen Bereichen einfach nicht mehr. Bei Autohäusern kommen noch die Vorgaben der Hersteller hinzu.

Verlagerung ins Ausland kommt in der Regel durch die Wegzugsbesteuerung nicht in Betracht. Man zieht dann eben eine "gewisse" Zeit möglichst viel Geld aus dem Unternehmen. Teilweise fließt auch nicht wenig Geld über "kreative" Konstruktionen ins Ausland ab. Und dann geht der Laden eben über die Wupper. Jedenfalls sind die Steuerberater gerade sehr beschäftigt, so etwas über legale Konstruktionen möglich zu machen.

Insofern kann man die derzeitige Insolvenzwelle auch als eine Art Abwicklung des Mittelstandes in Deutschland sehen nach dem Motto "rette sich wer kann". Die Unternehmer sind ja auch nicht dumm, sondern bringen dann eben noch schnell ihren Wohlstand in Sicherheit.

Aber es ist schwierig, denn:
Nach der neuen EU-Bankenrichtlinie CRD VI können ab Januar 2027 EU-Bürger keine Auslandskonten (im nicht EU-Ausland) mehr eröffnen. Also nichts mehr mit sicheren Konten in der Schweiz oder hohen Zinsen in Schweden.
Außerdem sind 118 Länder nach dem Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz bis Ende September 2026 verpflichtet, alle Kontendaten deutscher Staatsbürger an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden.
Und von der Leyen hat ja nun in ihrer Rede in Roland Garros vor drei Tagen angekündigt, auch direkt auf die Sparguthaben der EU-Bürger zugreifen zu wollen. Merz nannte diese Idee ja schon vir einem Jahr die "Mobilisierung" der dort unnütz rumliegenden Sparguthaben. Also sicher ist das Geld aktuell wohl nirgendwo.

Fazit: Wir sind im Endspiel. Die Insolvenz des AH König reiht sich ein in eine Insolvenzwelle, die es so bisher noch nicht gegeben hat. Welche Hintergründe die König-Insolvenz konkret hat, weiß ich natürlich nicht. Aber hier in Berlin geht in meinem Umfeld geradezu das Insolvenzvirus um. Restaurants, Cafés, Druckereien, Autohäuser, Agenturen usw. Da wird geschlossen und abgewickelt, als wenn das ein neuer Sport sei. Und wenn ich dann mal ein Gespräch mit dem Inhaber stattfindet, höre ich immer "lohnt sich nicht mehr", "zu viele Vorschriften". Zuletzt habe ich genau das (mal wieder) von einem Unternehmer (Surferladen) in Werder gehört. Die machen nach 30 Jahren dicht, weil der gesamte Gewinn mittlerweile von der Steuer und der hohen Miete aufgezehrt wird.
 
Ich habe 49 Arbeitsjahre, Ausbildung und Wehrdienst eingerechnet, hinter mir. Da ich (viel zu lange) im Sportbereich und 22 Jahre selbstständig gearbeitet habe und meine Rente entsprechend ausfällt, kann ich mir eigentlich weder solche Inspektionspreise noch denn ein neues Auto mehr leisten. Zum Glück ist noch Spargeld für ein paar gute Jahre vorhanden, aber wenn man genau hinschaut wird einem schlecht wie schnell das Geld dahin schmilzt. Vorhin erst wieder 30€ in der Apotheke gelassen (Zuzahlung) und 40€ LPG getankt. Übrigens das erste Mal wieder für unter 1€ seit der Irankriese.
Nach unserer großen Reise werden wir auch den Sandero verkaufen und mit 1 Auto zurecht kommen. Der Jogger wird also vermutlich der letzte Neuwagen meines Lebens sein und hoffentlich noch einige Jahre durchhalten. Danach gibt es entweder einen Youngtimer (Achtung @Joggeri61) zum selbst dran rumbasteln oder eines dieser L Fahrzeuge a la Aixam oder als E Version, denn die kilometerbezogene E Auto Steuer ist ja auch schon so gut wie beschlossene Sache.
Meiner Meinung nach fehlt halt ein kleines, günstiges Dacia Modell unterhalb des Sandero, aber das Kleinwagenaussterben wurde ja schon im alten Forum umfassend diskutiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die frei verfügbaren Mittel haben in den Haushalten in den letzten Jahren nur wenig abgenommen, aber die Prioritäten habe sich massiv verschoben, für was das Geld ausgegeben wird. Es wird immer mehr Geld für Freizeit, Sport und Kultur ausgegeben. In diesem Bereich sind die Ausgaben in den letzten 3 Jahren um 25% gestiegen. Im Schnitt gehen die Leute 2-3x/Jahr in den Urlaub. Die Deutschen sind die Freizeit- und Urlaubsweltmeister schlechthin. (Quelle Statista u.a.).

Auf der andern Seite fehlt dann logischerweise das Geld, um z.B. den Handwerker zu bezahlen. Man drückt auf die Preise oder macht die Arbeiten selbst. Auf der Welt gibt es Overtourismus und zu Hause müssen die Handwerksbetriebe schliessen.

Und ja, ich bezahle lieber 50 Franken für den Kleineinkauf, 500 - 800 CHF für den grossen Service, den aufgerufenen Preis ohne Abzug oder Preisdumping für den Klempner, Maler und Elektriker und verzichte dafür auf Urlaub, neue Klamotten, Zweitwagen, Kino, Konzerte, Luxusartikel und hab am Ende des Monats noch Geld übrig, das ich für Unvorhergesehenes sparen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und ja, ich bezahle lieber 50 Franken für den Kleineinkauf, 500 - 800 CHF für den grossen Service, den aufgerufenen Preis ohne Abzug oder Preisdumping für den Klempner, Maler und Elektriker und verzichte dafür auf Urlaub, neue Klamotten, Zweitwagen, Kino, Konzerte, Luxusartikel und hab am Ende des Monats noch Geld übrig, das ich für Unvorhergesehenes sparen kann.
Schön für dich, manch anderer hat aber andere Vorstellungen vom "Leben". Ich mach lieber so viel wie möglich selbst (in den letzten Wochen erst Küche und Bad renoviert, jetzt steht Ölwechsel für mein Auto an) und hab dann Geld für Urlaub, Konzerte usw. übrig.
Da ich ordentlich für mein Geld arbeiten muss, geb ich das am liebsten auch für mich bzw. meine Familie aus ;)
 
Zurück
Oben