Heribert Pilch
Dacianer-Anwärter
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Erfahrungsbericht: Dacia Jogger (Expression, Schalter) – bewusst einfach, überraschend gut
Nachdem mein Eurovan 2 endgültig das Ende seiner Lebensdauer erreicht hatte, stand die Suche nach einem neuen, geräumigen und robusten Fahrzeug an. Meine Anforderungen waren klar – und heute eher unüblich:
möglichst wenig Elektronik, kein Touch Display für wichtige Dinge wie Heizung etc. Schaltgetriebe, normaler Zündschlüssel, vollwertiges Reserverad, schmale Bauart (Italienische Dorfstraßen) aber Sitzheizung und Klimaanlage. Dazu noch viel Platz, vernünftige Bodenfreiheit, alltagstauglich und robust, wintertauglich , mit normaler Handbremse für den Powerslide. Wo gibts das noch ?
Fündig wurde ich: Der typische Balkan-Kombi aus der Heimat von Graf Dracula der Dacia Jogger, in dessen Laderaum ohne weiters zwei Ziegenböcke und ein großer Sack Zwiebeln Platz finden.
Der Wagen musste ab Werk bestellt werden, denn meine Kombination wird wohl selten verlangt, ist aber sehr zweckmäßig. Gewählt habe ich daher die zweiteinfachste Ausstattungsvariante Expression mit Winter- und City Paket. Mehr braucht man nicht zum Fahren
Bestellt im Frühjahr, übernommen Ende August 2025 . Seitdem bin ich in rund 6 Monaten ca. 8.000 km gefahren.
Zunächst einmal: Das Auto ist sehr bequem. Auch auf längeren Strecken sitzt man entspannt, das Fahrwerk ist komfortabel ausgelegt.
Bergauf wie bergab läuft er laut Tacho exakt 180 km/h, dann regelt er ab obwohl er gefühlt sicher schneller gehen würde. Egal.
Der Verbrauch liegt – je nach Fahrweise – zwischen 5,5 und 8 Litern Super E 10.
Die Klimaanlage ist leistungsstark und gut regelbar und kommt auch bei hohen Außentemperaturen problemlos zurecht.
Die Heizung hingegen lässt bei kaltem Wetter etwas auf sich warten. Das dürfte den sehr sparsamen Verbrauchs- und Abgasvorgaben geschuldet sein und ist kein echtes Manko, sondern eher konstruktionsbedingt. Positiv ist die blaue Kontrollleuchte im Kombiinstrument, die signalisiert, dass der Motor noch kalt ist und man ihn entsprechend schonend fahren sollte.
Ganz ohne Elektronik ist er nicht. Anfangs musste ich mich an einige Eigenheiten gewöhnen, die mich in Aufregung und Schrecken versetzten: Verschiedene Warn- und Fehlermeldungen wie "zwangsweise Motorabschaltung" wenn man rollend bremst und dabei den Motor ausschaltet, gern dazu auch Meldungen von Bremssystem und Berganfahrhilfe. Hier gilt: Erst anhalten, dann Zündung aus. Hält man sich daran, gibt es keine Probleme. Ein einfacher Reset mittels Zündung aus und kurz warten half bisher immer. Eben so beim Anlassen. Zündung ein, kurz warten (die Zeiger der Instrumente bewegen sich bis Anschlag und zurück) und erst dann starten. So haben vor dem Start alle Systeme ihren Self-Chekc durchlaufen und nerven nicht mit unerwarteten Meldungen
Vollkommen nervig und praktisch unbrauchbar ist der Spurhalteassistent, der den EU-Vorgaben geschuldet ist. Positiv: Er lässt sich per einfachem Doppeldruck über die Taste links am Armaturenbrett deaktivieren, sofern die entsprechenden Einstellungen im Bordcomputer vorgenommen wurden.
Sehr hilfreich hingegen ist der Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer – besonders bei Fahrten durch Baden-Württemberg. Auf einer Schwarzwald-Reise standen gefühlt in jedem Dorf zwei Blitzer, hier spielt der Begrenzer seine Stärke voll aus.
Die Zentralverriegelung ist ungewohnt:
Das Fahrzeug lässt sich nur elektrisch per Schlüsseltaste verriegeln. Ein einfaches mechanisches Abschließen mit dem Schlüssel, bei dem die Zentralverriegelung den Rest des Fahrzeugs mit verriegelt, ist nicht möglich. Ist die Schlüsselbatterie leer, kann man den Wagen nicht komplett absperren ! Ein Mikroschalter in der Fahrertür hätte dieses Problem trivial gelöst – hier war man bei Dacia schlicht zu sparsam. Das ist wirklich ärgerlich.
Ich habe mich für für den 5-Sitzer entschieden. Die Fußmulde der dritten Sitzreihe ist praktisch und eignet sich hervorragend zum Verladen von Reisetaschen, Skischuhen oder vielen Weinkartons.
Angenehm ist das analoges Kombiinstrument ohne digitales Mäusekino und das kleine separates Display mit Apple CarPlay und problemloser iPhone-Kopplung.
Als Extras bestellt habe ich ein Reserverad (deshalb kein LPG Tank und Gasbetreib) Sitzheizung und City-Paket als Einparkhilfe mit Rückfahrkamera.
In Summe ergibt das ein zweckmäßiges, übersichtliches und einfach zu bedienendes Fahrzeug.
Anfangs war ich skeptisch: 3 Zylinder und nur 1,0 Liter Hubraum.
Ich habe den Motor klassisch eingefahren anfangs bis max. 3.000 U/min und später bis max. 4.000 U/min mit möglichst wenig Gas.
Das Ergebnis ist nun ein sehr ruhig laufender und durchzugskräftiger Motor. Die Schaltanzeige habe ich konsequent ignoriert und beachte sie nicht. Würde man sie befolgen wäre ein frühzeitiger Lagerschaden aufgrund untertouriger Fahrweise zu befürchten. .
Selbst voll beladen lässt sich z. B. der Zirler Berg im 4. Gang zügig bergauf fahren, ohne dass der Motor heiß wird oder angestrengt wirkt. Der 6. Gang ist lang übersetzt und dient dem Rollen, zum Beschleunigen besser runterschalten, obwohl er brav Gas annimmt. Mir ist das zu brummig und untertourig, der arme Motor denk ich mir immer.
Nerviger Energiesparmodus: Die Innenbeleuchtung schaltet schnell ab und das Radio geht im Stand relativ früh aus
Behelfsmäßige Lösung: LED-Taschenlampe im Kofferraum und kurzes Einschalten der Zündung, wenn das Radio wieder herunterfahren will. Und das Fernlicht ist funzelig, ähnlich wie die Biluxscheinwerfer (wer kennt das noch?) meines 55 jährigen Fiat Special.
Der Dacia Jogger ist ein günstiges, geräumiges, ehrliches und unkompliziertes Reise- und Alltagsfahrzeug. Wer ein sinnvolles Auto sucht und kein Geld für Markenimage verbrennen möchte, ist mit dem Dacia Jogger sehr gut bedient. Schade nur, dass er nicht mehr in Safari-Grün erhältlich ist – diese Farbe steht dem Wagen ausgesprochen gut. Klare Kaufempfehlung !
Nachdem mein Eurovan 2 endgültig das Ende seiner Lebensdauer erreicht hatte, stand die Suche nach einem neuen, geräumigen und robusten Fahrzeug an. Meine Anforderungen waren klar – und heute eher unüblich:
möglichst wenig Elektronik, kein Touch Display für wichtige Dinge wie Heizung etc. Schaltgetriebe, normaler Zündschlüssel, vollwertiges Reserverad, schmale Bauart (Italienische Dorfstraßen) aber Sitzheizung und Klimaanlage. Dazu noch viel Platz, vernünftige Bodenfreiheit, alltagstauglich und robust, wintertauglich , mit normaler Handbremse für den Powerslide. Wo gibts das noch ?
Fündig wurde ich: Der typische Balkan-Kombi aus der Heimat von Graf Dracula der Dacia Jogger, in dessen Laderaum ohne weiters zwei Ziegenböcke und ein großer Sack Zwiebeln Platz finden.
Der Wagen musste ab Werk bestellt werden, denn meine Kombination wird wohl selten verlangt, ist aber sehr zweckmäßig. Gewählt habe ich daher die zweiteinfachste Ausstattungsvariante Expression mit Winter- und City Paket. Mehr braucht man nicht zum Fahren
Bestellt im Frühjahr, übernommen Ende August 2025 . Seitdem bin ich in rund 6 Monaten ca. 8.000 km gefahren.
Zunächst einmal: Das Auto ist sehr bequem. Auch auf längeren Strecken sitzt man entspannt, das Fahrwerk ist komfortabel ausgelegt.
Bergauf wie bergab läuft er laut Tacho exakt 180 km/h, dann regelt er ab obwohl er gefühlt sicher schneller gehen würde. Egal.
Der Verbrauch liegt – je nach Fahrweise – zwischen 5,5 und 8 Litern Super E 10.
Die Klimaanlage ist leistungsstark und gut regelbar und kommt auch bei hohen Außentemperaturen problemlos zurecht.
Die Heizung hingegen lässt bei kaltem Wetter etwas auf sich warten. Das dürfte den sehr sparsamen Verbrauchs- und Abgasvorgaben geschuldet sein und ist kein echtes Manko, sondern eher konstruktionsbedingt. Positiv ist die blaue Kontrollleuchte im Kombiinstrument, die signalisiert, dass der Motor noch kalt ist und man ihn entsprechend schonend fahren sollte.
Ganz ohne Elektronik ist er nicht. Anfangs musste ich mich an einige Eigenheiten gewöhnen, die mich in Aufregung und Schrecken versetzten: Verschiedene Warn- und Fehlermeldungen wie "zwangsweise Motorabschaltung" wenn man rollend bremst und dabei den Motor ausschaltet, gern dazu auch Meldungen von Bremssystem und Berganfahrhilfe. Hier gilt: Erst anhalten, dann Zündung aus. Hält man sich daran, gibt es keine Probleme. Ein einfacher Reset mittels Zündung aus und kurz warten half bisher immer. Eben so beim Anlassen. Zündung ein, kurz warten (die Zeiger der Instrumente bewegen sich bis Anschlag und zurück) und erst dann starten. So haben vor dem Start alle Systeme ihren Self-Chekc durchlaufen und nerven nicht mit unerwarteten Meldungen
Vollkommen nervig und praktisch unbrauchbar ist der Spurhalteassistent, der den EU-Vorgaben geschuldet ist. Positiv: Er lässt sich per einfachem Doppeldruck über die Taste links am Armaturenbrett deaktivieren, sofern die entsprechenden Einstellungen im Bordcomputer vorgenommen wurden.
Sehr hilfreich hingegen ist der Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer – besonders bei Fahrten durch Baden-Württemberg. Auf einer Schwarzwald-Reise standen gefühlt in jedem Dorf zwei Blitzer, hier spielt der Begrenzer seine Stärke voll aus.
Die Zentralverriegelung ist ungewohnt:
Das Fahrzeug lässt sich nur elektrisch per Schlüsseltaste verriegeln. Ein einfaches mechanisches Abschließen mit dem Schlüssel, bei dem die Zentralverriegelung den Rest des Fahrzeugs mit verriegelt, ist nicht möglich. Ist die Schlüsselbatterie leer, kann man den Wagen nicht komplett absperren ! Ein Mikroschalter in der Fahrertür hätte dieses Problem trivial gelöst – hier war man bei Dacia schlicht zu sparsam. Das ist wirklich ärgerlich.
Ich habe mich für für den 5-Sitzer entschieden. Die Fußmulde der dritten Sitzreihe ist praktisch und eignet sich hervorragend zum Verladen von Reisetaschen, Skischuhen oder vielen Weinkartons.
Angenehm ist das analoges Kombiinstrument ohne digitales Mäusekino und das kleine separates Display mit Apple CarPlay und problemloser iPhone-Kopplung.
Als Extras bestellt habe ich ein Reserverad (deshalb kein LPG Tank und Gasbetreib) Sitzheizung und City-Paket als Einparkhilfe mit Rückfahrkamera.
In Summe ergibt das ein zweckmäßiges, übersichtliches und einfach zu bedienendes Fahrzeug.
Anfangs war ich skeptisch: 3 Zylinder und nur 1,0 Liter Hubraum.
Ich habe den Motor klassisch eingefahren anfangs bis max. 3.000 U/min und später bis max. 4.000 U/min mit möglichst wenig Gas.
Das Ergebnis ist nun ein sehr ruhig laufender und durchzugskräftiger Motor. Die Schaltanzeige habe ich konsequent ignoriert und beachte sie nicht. Würde man sie befolgen wäre ein frühzeitiger Lagerschaden aufgrund untertouriger Fahrweise zu befürchten. .
Selbst voll beladen lässt sich z. B. der Zirler Berg im 4. Gang zügig bergauf fahren, ohne dass der Motor heiß wird oder angestrengt wirkt. Der 6. Gang ist lang übersetzt und dient dem Rollen, zum Beschleunigen besser runterschalten, obwohl er brav Gas annimmt. Mir ist das zu brummig und untertourig, der arme Motor denk ich mir immer.
Nerviger Energiesparmodus: Die Innenbeleuchtung schaltet schnell ab und das Radio geht im Stand relativ früh aus
Behelfsmäßige Lösung: LED-Taschenlampe im Kofferraum und kurzes Einschalten der Zündung, wenn das Radio wieder herunterfahren will. Und das Fernlicht ist funzelig, ähnlich wie die Biluxscheinwerfer (wer kennt das noch?) meines 55 jährigen Fiat Special.
Der Dacia Jogger ist ein günstiges, geräumiges, ehrliches und unkompliziertes Reise- und Alltagsfahrzeug. Wer ein sinnvolles Auto sucht und kein Geld für Markenimage verbrennen möchte, ist mit dem Dacia Jogger sehr gut bedient. Schade nur, dass er nicht mehr in Safari-Grün erhältlich ist – diese Farbe steht dem Wagen ausgesprochen gut. Klare Kaufempfehlung !
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