Auto China 2026: Messe in Peking

Intrepid

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Erst haben die Chinesen kopiert, dann haben sie sich noch inspirieren lassen, nun schwingen sie sich zur Technologieführerschaft auf [...] Das alte Muster, Autos in Deutschland zu entwickeln und in China nur leicht angepasst nachzubauen, funktioniere nicht mehr. Stattdessen heißt das Motto: stärkere Lokalisierung. „Aus China, für China“. Volkswagen beispielsweise zeigt in Peking mehrere neue Elektroautos, die nicht mehr in Wolfsburg, sondern mit lokalen Partnern wie Xpeng und FAW speziell für den dortigen Markt entwickelt wurden.
Quelle: handelsblatt.com


Lange waren chinesische Autos in Deutschland nur ein Randphänomen. Nun drängen sie aus der Nische heraus - und der Iran-Krieg könnte die Expansion beschleunigen [...] Ein zentrales Element dabei ist der Autohandel, denn einige chinesischen Marken haben inzwischen relevante und schnell wachsende Händlernetze aufgebaut. 180 Standorte waren es vor einigen Wochen bei MG Roewe, rund 155 bei BYD und inzwischen könnten es schon mehr sein, sagt Reindl. Dazu kommt die Firma Leapmotor, die durch eine Kooperation mit Stellantis inzwischen auf etwa 120 Standorte kommt.
Quelle: n-tv.de


Der Zusammenhang: weltweit werden jedes Jahr 100 Mio. Autos verkauft. Der chinesische Markt nimmt davon 25 Mio. auf. Die chinesischen Produktionskapazitäten liegen nach der staatlichen Förderung durch den 14. Fünfjahresplan von 2021 bis 2025 und der daraus resultierenden rasanten Entwicklung bei 50 Mio. Autos. Im 15. Fünfjahresplan von 2026 bis 2030 ist keine staatliche Förderung mehr vorgesehen, die Hersteller drängen nun mit ihren Überkapazitäten und einem ruinösen Preiswettkampf auf den Weltmarkt. Es ist also auch hier bei uns eine Marktsituation zu erwarten, bei der das Angebot an Waren und Leistungen größer ist als die Nachfrage (Angebotsüberhang) -> ein Käufermarkt.
 
Die EU wird es verhindern das billige China E-Autos nach Europa kommen.
Sie will mit Macht den europäischen Markt (E-Auto Hersteller) schützen, der Kunde soll blechen und keine Vorteile haben wenn er ein China E-Auto kaufen will.
 
Ein Bericht von der Auto China:
Technik-Trends: Schneller laden, autonom fahren und fliegen
Zwar gibt es weit über 1000 Autos zu sehen und fast 200 Weltpremieren, doch zwischen all den neuen Modellen finden sich auch viele technische Exponate mit hohem Aufmerksamkeitswert:
  • Batterie-Weltmarktführer CATL zeigt einen Akkupack für 1500 Kilometer Reichweite.
  • BYD als größter Elektroautohersteller präsentiert mit 1500 kW-Flash-Charging, dass das Denza-Flaggschiff Z9 GT in 9 Minuten von 10 auf 97 Prozent lädt.
  • Geely enthüllt einen Hybridantrieb, der mit 2,2 Litern auf 100 km zu den sparsamsten Verbrennern gehören dürfte.
  • Robotaxen für die Rushhour zeichnen auf der Auto China die nahe Autozukunft ohne Fahrer.
  • Auf der Messe ist das Flugauto so präsent, dass dessen Markteinführung nicht mehr weit entfernt erscheint.
Quelle: Auto China: Zukunft der Mobilität auf der bedeutendsten Automesse
 
Und noch ein ZDF-Beitrag, der die Aktivitäten unserer deutschen Automobilindustrie in China im Fokus hat:

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Der Weltautomarkt ändert sich rapide und - gute Nachricht - unsere Industrie zieht mit.
 
Die EU wird es verhindern das billige China E-Autos nach Europa kommen.

Wie denn, wenn die Autos in den Werken der europäischen Hersteller produziert werden?
VW-Chef offen für Fertigung chinesischer Autos in eigenen Werken
Quelle: handelsblatt.com

Immer daran denken, neueste Modelle werden in Fabriken mit 100% Automatisation gebaut, die sind dunkel, da brennt kein Licht mehr, da arbeitet kein Mensch (außer dem Service, der die Roboter betreut). Da ist es egal, ob die Produktionshallen in China oder Europa stehen. Und die Entwicklungsabteilung verlegt nach China, weil sie dort nur halb so lange braucht, bis ein neues Modell von der Idee bis zum Produktionsbeginn benötigt (mittlerweile in China unter zwei Jahren, früher waren das mal in Europa sieben Jahre; in Gänze ist diese Entwicklung ein über einen Zeitraum von 20 Jahren zu beobachtendes schleichendes Managementversagen ... aus Sicht der Belegschaft, die Manager selber trifft es selten, die haben ihr Schäfchen längst im Trockenen).

In den allerneuesten Fabriken gibt es auch die langen Bänder mit hunderten von Roboterarmen nicht mehr, da sieht man keine Fließbandfertigung mehr, da werden die Autos an einer einzigen Stelle bleibend zusammengebaut. Oft verschiedenste Modelle direkt hintereinander, individuell nach Kundenkonfiguration.

Der Rest der Produktionskapazitäten wird für andere Dinge wie beispielsweise Roboter(-Komponenten) und Rüstungsgüter zweckentfremdet.

Nur wo die Automobilindustrie von der Smartphoneindustrie abgeschaut und deren Organisation übernommen hat, ist sie noch konkurrenzfähig.
 
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Früher schaute man nach Amerika. Was dort marktgängig war, konnte man fünf bis zehn Jahre später als Normalität auch hier bei uns in Europa erwarten. Diese Rolle Amerikas ist futsch. Jetzt schaut man besser nach Asien, wenn man wissen will, wie es in ein paar Jahren hier bei uns so aussehen wird.

Deshalb ist die Messe "Auto China" so interessant. Zum Beispiel der Trend, sich morgens im Berufsverkehr vom Auto fahren zu lassen und selber die Aufmerksamkeit anderen Dingen zu schenken (im chinesischen Straßenbild die türkisfarbenen Leuchten, die signalisieren, dass das Auto alleine fährt und der Fahrer im Moment nur Passagier ist).

Und - aber das ist meine ganz persönliche Passion, noch meine berufliche Beschäftigung, bald nur noch beobachtend wie die beiden Opas aus der Muppetshow - in ein paar Jahren die Lufttaxis, auf deren Produktion sich die Automobilhersteller jetzt schon vorbereiten ... neben Robotern und Rüstungsgütern.
 
Bei meinem Urlaub letztes Jahr ist mir Folgendes aufgefallen:

In Albanien fahren massenweise VW ID.3 und ID.4 als Taxis, aber keines davon wurde in Deutschland produziert.
Alle stammen aus China‑Importen.

Verbrenner‑Taxis gibt es dort seit Jahren nicht mehr.

  • 0 % Zoll
  • 0 % Einfuhrsteuer
  • Keine Kfz‑Steuer
  • Nur Zulassungskosten in Albanien
Der Strompreis liegt für Haushalte bei rund 12 Cent brutto pro kWh, für Industrie bei etwa 14 Cent brutto.
 
In dieser Studie des Bundeswirtschaftsministeriums wird beschrieben, wie (oder besser: wo) wir uns auch in Deutschland gerade in diese Richtung entwickeln und warum das insbesondere eine Chance für die ländlichen Räume ist, nicht weiter abgehängt zu werden:

Stärkung der regionalen Wertschöpfung

Es besteht also berechtigter Grund zur Zuversicht.

Nachtrag: hier mit Beschreibung auf dem Publikationsportal der Bundesregierung:
 
Die Chinesen kaufen den ID.3 aus Deutschland, wir bekommen fürs gleiche Geld den Dacia Spring aus China ... verrückte Welt :).
 
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