Das "Problem" ist Dacia offensichtlich schon längere Zeit bekannt. Über gleiche oder sehr ähnliche Schäden kann man mittlerweile in einschlägigen Foren in Deutschland, aber auch in Frankreich, Rumänien und Polen sowie in Facebook-Gruppen lesen.
Bei meinem Duster ist nun genau dieser Schaden eingetreten. Nach der Freigabe durch Dacia warte ich derzeit auf einen neuen Turbolader und die entsprechenden Schläuche bzw. Leitungen, die ebenfalls ersetzt werden müssen. Einige dieser Teile haben offenbar Lieferrückstand, sodass momentan niemand sagen kann, wann mein Fahrzeug tatsächlich fertig wird.
Besonders ärgerlich ist für mich dabei das Thema Ersatzmobilität.
Da mein Duster inzwischen knapp über zwei Jahre alt ist, stellt mir Dacia Assistance grundsätzlich nur noch für drei Tage einen Leihwagen zur Verfügung. Liegt ein Wochenende dazwischen, werden daraus in meinem Fall immerhin fünf Kalendertage – von heute bis kommenden Dienstag. 11 Tage sind jetzt schon seit Schadenseintritt vergangen und Dank einer Mitgliedschaft in einem Automilclub blieb ich mobil.
Unter einer „Mobilitätsgarantie“ verstehe ich allerdings etwas anderes.
Hinzu kommt: Bei meinem Duster wurde bereits im Juni, nach zwei Jahren, im Rahmen der entsprechenden stillen Serviceaktion von Dacia das Kühlmittel gewechselt. Wie ich nun leider feststellen musste, hat das offensichtlich nicht mehr ausgereicht, um den späteren Schaden zu verhindern.
Ich stehe deshalb inzwischen auch mit der Dacia-Kundenbetreuung in Kontakt und werde dort morgen noch einmal telefonisch nachhaken. Mich interessiert insbesondere, wie es ab Dienstag mit meiner Ersatzmobilität weitergehen soll.
Meine Werkstatt vertritt dazu eine sehr klare Auffassung: Das Fahrzeugalter sollte in diesem Fall keine Rolle spielen. Die Reparatur ist von Dacia freigegeben, mein Fahrzeug ist aufgrund eines Garantieschadens nicht fahrbereit und die benötigten Ersatzteile sind nicht verfügbar. Nach Auffassung der Werkstatt müsste mir deshalb bis zum Abschluss der Reparatur ein Ersatzfahrzeug zur Verfügung gestellt werden. Genau das werde ich bei Dacia noch einmal hinterfragen.
Unabhängig von den genauen Bedingungen der Assistance empfinde ich den Umgang mit der Ersatzmobilität inzwischen als ausgesprochen unbefriedigend. Man muss ständig hinterhertelefonieren und fragen: Bekomme ich weiterhin einen Leihwagen? Wird er verlängert? Für wie lange? Und was passiert danach?
So stelle ich mir eine Mobilitätsgarantie jedenfalls nicht vor.
Ebenso unbefriedigend finde ich, dass offenbar manche Dacia-Werkstätten von diesem Schadensbild noch gar nichts wissen und entsprechend überrascht reagieren, wenn ein Kunde damit vor der Tür steht.
Mein Vertrauen in die Marke Dacia hat durch die ganze Angelegenheit inzwischen erheblich gelitten – um es vorsichtig auszudrücken. Ich schaue mich mittlerweile durchaus bei anderen Herstellern um. Andere Mütter haben schließlich auch hübsche Töchter – insbesondere dann, wenn diese Hersteller beim Thema Mobilität im Garantiefall deutlich weitergehende Zusagen machen.
Was mich außerdem nachdenklich macht, ist die Ersatzteilversorgung. Mir sind mittlerweile allein in Deutschland etwa 20 bis 30 vergleichbare Fälle bekannt, bei denen sich die Betroffenen in Foren, Facebook-Gruppen usw. gemeldet haben. Das ist natürlich keine belastbare Statistik und sagt nichts darüber aus, wie viele Fahrzeuge tatsächlich betroffen sind. Es sind lediglich die Fälle, von denen ich persönlich inzwischen erfahren/gelesen habe.
Wenn ein solches Schadensbild aber wiederholt auftritt, sollte man meines Erachtens erwarten dürfen, dass die dafür benötigten Turbolader, Schläuche, Leitungen und andere esatzteile zumindest in ausreichender Menge verfügbar sind. Stattdessen hört man teilweise von erheblichen Lieferzeiten.
Dacia bekleckert sich bei dieser ganzen Angelegenheit aus meiner Sicht wirklich nicht mit Ruhm.
Ich hoffe für alle Betroffenen, dass wir unsere Autos möglichst schnell zurückbekommen. Noch wichtiger ist mir allerdings, dass anschließend tatsächlich ausgeschlossen wird, dass durch den Kühlmittelverlust und die teilweise erhebliche Überhitzung weitere Folgeschäden am Motor entstanden sind.
Dabei denke ich beispielsweise an Zylinderkopf und Zylinderkopfdichtung. Nach einer solchen Überhitzung würde ich es deshalb begrüßen, wenn vor Rückgabe des Fahrzeugs entsprechende Kontrollen durchgeführt würden – beispielsweise ein CO₂-/Abgastest am Ausgleichsbehälter, mit dem sich Hinweise auf eine beschädigte Zylinderkopfdichtung feststellen lassen.
Ich hoffe jedenfalls für alle Betroffenen, dass die Geschichte am Ende noch einigermaßen zufriedenstellend ausgeht.
Ansonsten bleibt irgendwann tatsächlich nur noch:
Tschüss, Dacia …