Assistenzsysteme sinvoll, oder tödlich ?

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Fortschritt in seiner gegenwärtigen Geschwindigkeit und Komplexität bedingt sogenannte "Bananen-Produkte", die erst im Gebrauch reifen. Einfach, weil sich die Realität in den Testumgebungen nicht mehr simulieren lässt. Und genau solche "Bananen-Produkte" werden nicht akzeptiert. Das ist das Problem. Dabei gibt es gute Konzepte, wie man das Dilemma lösen könnte. Uns (also denen, die in Lohn und Brot stehen oder Rente beziehen) geht es aber zu gut, der Leidensdruck fehlt (noch). Aber die dunklen Wolken einer Deindustrialisierung im "technologieoffenen Industriemuseum" sind längst aufgezogen, nur der finale Regenguss steht noch aus.
 
…Aber die dunklen Wolken einer Deindustrialisierung im "technologieoffenen Industriemuseum" sind längst aufgezogen, nur der finale Regenguss steht noch aus.

Ohne jetzt politisch werden zu wollen:
Die potentielle Gefahr der Deindustrialisierung in Deutschland/Europa haben wir nicht der Ablehnung von noch teilweise gefährlichen Assistenzsystemen zu verdanken, sondern der politischen Regelwut, horrenden Strom- und Rohstoff- Kosten und zunehmender Bevormundung (politischer Assistenz) der Firmen.
 
Vielleicht sollte man einfach mal wieder die Kirche im Dorf lassen...
"Tödlich" sind die Fahrassistenten sicherlich nicht, aber auch die deutsche Automobilwirtschaft geht nicht daran zugrunde, weil sich hier einige dazu bekennen, dass sie ihre Assistenten teilweise abschalten...
 
Wenn Systeme gut funktionieren, werden sie typischerweise von der Masse akzeptiert und übernommen.
Und bis Systeme im Realbetrieb flächendeckend funktionieren dauert es halt nunmal.
Beispiel, zwar kein Sicherheits- aber dennoch ein Assistenzsystem: Der Regensensor bei Scheibenwischer war anfänglich auch ein „wild wischendes Irgendetwas“.
Mittlerweile funktionieren die ziemlich gut.

Wenn sie allerdings als Belästigung und teilweise sogar als Gefahr wahrgenommen werden, dann werden unausgereifte Systeme eher abgelehnt.
Wahrnehmung ist halt immer subjektiv.
Dass es besser geht, zeigt z.B. Tesla. Und selbst da kommt man mit dem nächsten Schritt, dem „Autopilot“, an die Grenzen, mit teils schweren Unfällen.
Und warum? Weil Tesla alles andere als ein Automobilkonzern ist, sondern ein Softwareunternehmen, welches die Systeme mit massiv vielen Daten füttert. Und auch Teslas sind nicht von Anfang an so gefahren, sondern das System lernt ständig dazu. Heißt, die Fehlerquote wird ganz automatisch mit der Zeit abnehmen und die Assistenzen immer besser - oder das System wieder gestrichen. Der Mensch hat irgendwann ein Ende der Aufnahmekapazität, ein beliebig nach oben skalierbarer Datenspeicher nicht.

Assistenten sollen helfen und keine neuen Gefahren erzeugen.
(Und wenn sie 3 Kollisionen vermeiden, dafür aber 2 selbst erzeugen, dann sind das zwei neue Gefahren zu viel.)
Nein, dann ist das „-1 Kollision“ und somit ein Fortschritt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Nein, dann ist das „-1 Kollision“ und somit ein Fortschritt.

Da hoffe ich nur, dass du nicht an strategisch entscheidenden Stellen wirkst,
und diese Experimente auf Privatgrundstücken machst.

Die oben genannte Rechnung gilt in extrem lebensbedrohenden Krisenzeiten (ähnlich Triage)
und nicht im zivilisierten gesellschaftlichen Zusammenleben.

Da haben wir offensichtlich sehr unterschiedliche Grundeinstellungen,
und werden in dieser Diskussion nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
 
Ich freue mich schon auf die nächste Generation der Assistenzsysteme. Dabei stehen derzeit vor allem folgende Themen im Fokus:

- V2X-Kommunikation (Vehicle-to-Everything). Autos tauschen dabei direkt Daten mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur aus.
- Assistent zur Verhinderung der Dooring - Unfälle
- Assistent gegen Pedalverwechslung
- Fahrerüberwachung bezüglich Drogenmissbrauch
- Aktive Erfassung des Strassenzustandes und der Umgebung und entsprechende Warnungen

Und selbstverständlich arbeitet man auch daran, dass die heutigen Assistenzsysteme besser und zuverlässiger werden.
das ist gefährlich nahe an dem, was man als "bedingungslose Technikgläubigkeit" bezeichnet. Auch die Annahme, wenn nur lang genug daran gearbeitet würde, würde es (annähernd) perfekt sein, fällt darunter - denn die Realität in der Wirtschaft und auf der Strasse sieht komplett anders aus. Auch die Ansicht, diese Assis dürften nicht abschaltbar sein (obwohl es da gewaltige Unterschiede gibt), riecht mehr nach ideologischem Diktat als durchdachter Vernunft.

Die Anhänger dieser Fraktion "vergessen" immer gern, dass Assistenzsysteme nicht perfekt sein können, weil die Fahrtumstände grundsätzlich nicht programmiert, sondern relativ chaotisch, oft ähnlich, aber jedesmal neu sind. Der Strassenverkehr ist eher eine Art Dschungel und keine industrielle Funktionseinheit in einer gleichmässigen, kontrollierten Umgebung, bei der alle Bedingungen und Parameter unter Kontrolle wären. Betreutes Fahren mag manchen komfortabler erscheinen und ein gewisses gefühltes (!) Sicherheitsplus bedeuten, aber es ist leider eine Illusion. Letztlich ersetzt man - für viel Geld - einen Risiko-Nachteil durch einen anderen.

Ein weiterer, gern unterschlagener (oder nicht bewusster) Punkt ist, dass man grundsätzlich jedes Assistenzsystem selbst zu überwachen hat und auch vollumfänglich dafür verantwortlich und haftbar ist. Auch so Kleinigkeiten wie Licht- und Wischautomatik. Das steht auch genau so in den AGB von jedem Hersteller und auch gesetztlich genau so verankert - die Einschränkung ist definitiv juristisch legitim. Kein Hersteller und keine Versicherung dieser Welt wird für Schäden zahlen, die sie als für "wäre vermeidbar gewesen" einstuft, hätte sich der Kunde den Konditionen entsprechend verhalten. Die potentielle Ausrede, der Fahrzeugassistent hätte Mist gebaut und deswegen gab es den Unfall (man hätte also keine eigene Schuld und müsse auch nicht dafür bezahlen), zieht juristisch nicht im geringsten, denn letztlich muss man erst mal beweisen, dass man nicht seine Aufsichtspflicht vernachlässigt hat, was praktisch jedesmal äusserst nahe liegt. Das muss jedem bewusst sein, der diese Dinger einsetzt und wahre Wunder von ihnen erwartet. Vielleicht AGB doch mal lesen?

Diese Kontrolle, sofern sie verantwortungsvoll dauerhaft während der gesamten Zeit der Benutzung der Assistenzfunktionen ausgeübt wird, ist psychisch deutlich anstrengender als wenn man gleich selbst fährt. Selbst wenn man es anfangs richtig macht, lässt nach einiger Zeit die erforderliche Aufmerksamkeit schnell nach und weicht einem komfortalben Wohlfühlmodus, der Ablenkungen mit anderen Dingen (Smartphone, Internet, Hörspiele, Telefonieren) fördert. Stell dir vor, du hättest einen Beifahrer, der dir jederzeit ins Lenkrad greifen, bremsen oder beschleunigen kann. Dieser Beifahrer ist sehr schnell, aber kognitiv äusserst begrenzt und schnell überfordert, und er kann für absolut gar nichts verantwortlich gemacht werden. Denn genau den hast du. Im Fahrzeug kann es nur einen Lenker und Verantwortlichen geben, und der muss jederzeit die volle Kontrolle haben und ausüben können. Bequemes, betreutes und gleichzeitig sicheres (halb- oder vollautonom) Fahren ist vor allem anderen ein Irrtum, der aus überzogenen Erwartungshaltungen resultiert, die ihre Basis in der Science-Fiction-Unterhaltungsbranche haben. Auch ideologische Inhalte können ursächlich beteiligt sein, ebenso wie Allmachtsphantasien.

Der Punkt ist, dass der Spass (und der Sicherheitsgewinn) dort aufhört, wo das Fahrzeug selbst aktiv in das Fahrgeschehen eingreift, und zusätzlich durch zahlreiche Signale für unnötige Ablenkung sorgt. Das unterscheidet vernünftige Fahrzeug-Assistenz (passive Assistenz, ABS, ESP, Gurt, Rückfahrkamera etc) von Zusätzen, die eher geschäftstüchtig (mit Versprechen, die in der (echten) Realität gar nicht gehalten werden können) sowie "gut gemeint" (aber wenig bis gar nicht durchdachter Aktionismus) ideologisch- politisch eingepeitscht werden.

Bei mir ist übrigens lediglich der Notbremsassistent aktiviert, der Rest konsequent abgeschaltet. Ich hab die Assis alle ausführlich getestet, und allein der NBA hat bisher keine blöden Aktionen produziert. Macht er das auch nur einmal, ist auch der aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
(Und wenn sie 3 Kollisionen vermeiden, dafür aber 2 selbst erzeugen, dann sind das zwei neue Gefahren zu viel.)
Jede Kollision ist eine zuviel, aber in dem Beispiel sinkt die Zahl der Kollisionen insgesamt dennoch um 33% und das spricht sehr für den Einsatz des Assistenten.
 
Wenn die Assistenzsysteme flächendeckend eingeführt sind, dann sollte das nicht mehr geschehen, ausser allenfalls bei Oldtimern mit Sonderzulassung
das würde nur (halbwegs) stimmen, wären sie alle aus einem Guss, also technisch ebenso wie in Art, Umfang und in der Reaktion identisch.

Nur: die Unterschiede (im realen Strassenverkehr) sind angesichts der Modell- und Qualitätsvielfalt zT doch erheblich. Die Test- und Zulassungskriterien sind (auch aus diesem Grund) relativ einfach gehalten, sie müssen also alle nur relativ klare Mindestansprüche erfüllen, und das auch nur unter ganz bestimmten, programmierbaren Bedingungen. Man kann ja nicht jede Situation testen, sonst kostet die Karre eine halbe Million und ist trotzdem noch nicht 100% sicher.

Aber auch das Alter und die Update-Fähigkeiten differieren. Und welche Hersteller machen (Sicherheits)Updates bis EndOfLife ihrer Fahrzeuge?
 
wen3 Unfälle
Da hoffe ich nur, dass du nicht an strategisch entscheidenden Stellen wirkst,
und diese Experimente auf Privatgrundstücken machst.

Die oben genannte Rechnung gilt in extrem lebensbedrohenden Krisenzeiten (ähnlich Triage)
und nicht im zivilisierten gesellschaftlichen Zusammenleben.

Da haben wir offensichtlich sehr unterschiedliche Grundeinstellungen,
und werden in dieser Diskussion nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

Andere Meinung haben und dann direkt persönlich werden, stark. Keine Sorge, ich werde dir nicht sagen was ich beruflich mache, nicht dass ich dich noch verunsichere.

Für mich ist die Evidenz der fallenden Unfallzahlen trotz steigendem Verkehrsaufkommen ausreichend, um mit dem technischen Fortschritt von Sicherheitsfeatures und Assistenten mitzuschreiten, ohne meine Aufmerksamkeit dabei zu vernachlässigen. Aber du wirst es sicher besser wissen. Hat ja schon immer so funktioniert ;)
 
Da hoffe ich nur, dass du nicht an strategisch entscheidenden Stellen wirkst,
und diese Experimente auf Privatgrundstücken machst.

Die oben genannte Rechnung gilt in extrem lebensbedrohenden Krisenzeiten (ähnlich Triage)
und nicht im zivilisierten gesellschaftlichen Zusammenleben.

Da haben wir offensichtlich sehr unterschiedliche Grundeinstellungen,
und werden in dieser Diskussion nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
Es zählt doch nur das Gesamtergebnis, egal wie es zustande kommt. 3 verhinderte Unfälle und 2 provozierte ergibt -1 und somit eine Senkung der Unfälle um 33%. Und genau das und nur das zählt. Aber offensichtlich misst du mit zweierlei Ellen. Menschen dürfen Fehler machen und da tolerierst du Unfälle, bei der Technik hingegen nicht, auch wenn es insgesamt zu einer Reduktion führt.
 
Jede Kollision ist eine zuviel, aber in dem Beispiel sinkt die Zahl der Kollisionen insgesamt dennoch um 33% und das spricht sehr für den Einsatz des Assistenten.
auch nur richtig, wenn nachweislich ein kausaler Zusammenhang besteht (und nicht nur locker-flockig zur Untermauerung der eigenen Position eine oberflächliche Korrelation herangezogen wird).

Ja, jeder Unfall ist einer zuviel, aber es ist auch klar, dass es ohne Kollisionen im Leben nicht abgehen wird. Das Universum schert sich nicht um das Sicherheitsbedürfnis seiner Mikroben, und letztere sind nicht allmächtig, auch wenn sie das gerne wären.
 
Es zählt doch nur das Gesamtergebnis, egal wie es zustande kommt. 3 verhinderte Unfälle und 2 provozierte ergibt -1 und somit eine Senkung der Unfälle um 33%. Und genau das und nur das zählt. Aber offensichtlich misst du mit zweierlei Ellen. Menschen dürfen Fehler machen und da tolerierst du Unfälle, bei der Technik hingegen nicht, auch wenn es insgesamt zu einer Reduktion führt.
das zählt nur so lange, bis man selbst das (vermeidbare) Opfer eines Assistenten bzw seines Aufsehers wird, dann wird das sehr wohl wichtig (du wirst dich wundern, wenn es mal dich oder jemanden erwischt, der dir was bedeutet). Und eine (zeitlich wie regional begrenzte) Veränderung / Verrringerung kann viele (auch völlig andere) Ursachen haben, die überhaupt nichts mit dem Thema Fahrzeugassistenz zu tun haben muss - oder auf völlig andere Weise.

Sorry, aber solange wir keine wissenschaftlich belastbaren Fakten dazu haben, sind das allesamt Milchmädchen-Rechnungen. Und die haben wir bisher nicht, nicht mal Untersuchungen (ist alles noch sehr frisch, Pflicht erst seit '24, vorher allgemein nur wenige Assis im Einsatz, die auch noch recht unterschiedlich sind / waren). Was wir haben sind ein paar sehr ... vage und gewagte ... Prognosen, Korrelationen und (auffällig viele) Glaubensbekenntnisse - aber das sind nunmal keine Fakten.
 
würde es (annähernd) perfekt sein,
Es muss nicht einmal annähernd perfekt sein. Wenn unter dem Strich mehr Unfälle verhindert als provoziert werden, genügt es bereits.

Die Anhänger dieser Fraktion "vergessen" immer gern, dass Assistenzsysteme nicht perfekt sein können,
Das müssen sie auch nicht, wenn mehr Unfälle verhindert als zusätzlich provoziert werden, ist der zwingende Einsatz bereits berechtigt.

Letztlich ersetzt man - für viel Geld - einen Risiko-Nachteil durch einen anderen.
Richtig, ein grösseres Risiko (Mensch) wird durch ein kleineres Risiko (Maschine) ersetzt.

Ein weiterer, gern unterschlagener (oder nicht bewusster) Punkt ist, dass man grundsätzlich jedes Assistenzsystem selbst zu überwachen hat und auch vollumfänglich dafür verantwortlich und haftbar ist.
Die Gesetze kann man ändern. BYD ist z.B. zumindest in China daran, die Haftung für Mängel an den Assis zu übernehmen. Wenn der Gesetzgeber mitmacht, könnte das auch bei uns in wenigen Jahren möglich werden.

Diese Kontrolle, sofern sie verantwortungsvoll dauerhaft während der gesamten Zeit der Benutzung der Assistenzfunktionen ausgeübt wird, ist psychisch deutlich anstrengender als wenn man gleich selbst fährt.
Richtig, aber in vollautonomen Fahrzeugen wo es keinen menschlichen Fahrer im ursprünglichen Sinn gibt, entfällt diese Kontrollpflicht durch die Passagiere.

Im Fahrzeug kann es nur einen Lenker und Verantwortlichen geben, und der muss jederzeit die volle Kontrolle haben und ausüben können.
Richtig, das Endziel ist denn auch, dass die Technik der einzig verantwortliche Fahrer ist. Aber auf dem Weg dorthin haben wir halt für einige Jahrzehnte das System Pilot (Mensch) und Copilot (Maschine).

Bequemes, betreutes und gleichzeitig sicheres (halb- oder vollautonom) Fahren ist vor allem anderen ein Irrtum, der aus überzogenen Erwartungshaltungen resultiert, die ihre Basis in der Science-Fiction-Unterhaltungsbranche haben. Auch ideologische Inhalte können ursächlich beteiligt sein, ebenso wie Allmachtsphantasien.
Klar doch, die Technik im Rest der Welt bleibt stehen und nimmt Rücksicht auf die technikfeindlichen Befindlichkeiten der Deutschen. Aber egal, Deutschland kann sich dann immer noch als grösstes Freiluftmuseum der Welt profilieren, wo man noch Menschen besichtigen kann, die ein Fahrzeug lenken.

Der Punkt ist, dass der Spass (und der Sicherheitsgewinn) dort aufhört, wo das Fahrzeug selbst aktiv in das Fahrgeschehen eingreift,
Für mich hätte der Spass spätestens dort aufgehört, wenn der NBA nicht eingegriffen hätte. Und hätte ich schon eine einen Assi, der die Schilder erkennen und mich bei Übertretung warnen könnte, dann hätte ich in den letzten 2 Jahren 2 Bussen weniger und CHF 160 mehr in der Tasche.
 
hätte ich schon eine einen Assi, der die Schilder erkennen und mich bei Übertretung warnen könnte, dann hätte ich in den letzten 2 Jahren 2 Bussen weniger und CHF 160 mehr in der Tasche.
Wernn du dafür schon einen Assi brauchst würde ich doch dringend raten den Führerschein abzugeben. Oder alternativ verantwortungsvoll Auto zu fahren. Letzteres geht auch ohne Assistenten.
 
So wird der derzeitige Zustand begründet. Auf einen dumpfen Witz reduziert: drückt man einem Chinesen ein neues Produkt in die Hand, will er wissen, was man damit alles machen kann. Drückt man es einem Deutschen in die Hand, fragt er, ob das wirklich gebraucht wird.
Ob Assistenzsystem erfolgreich auch von deutschen Firmen entwickelt werden, liegt allein beim Entwickler selbst.
Vollkommen wurst, ob du "Wohlwollend" oder "Ablehnend" dem gegenüberstehst. Die Politik hat es verpflichtend eingeführt und die Entwickler bekommen ihre Daten. Den Erfolg oder Misserfolg dieser Sache an den hier Schreibenden festmachen zu wollen, ist reine Fiktion.

Auch ein Chinese, dessen Bremsassistent oft unbegründet Notbremsungen einleitet, wird als negativ wahrgenommen, nicht anders als bei hiesigen Leute.
 
Diese Kontrolle, sofern sie verantwortungsvoll dauerhaft während der gesamten Zeit der Benutzung der Assistenzfunktionen ausgeübt wird, ist psychisch deutlich anstrengender als wenn man gleich selbst fährt. Selbst wenn man es anfangs richtig macht, lässt nach einiger Zeit die erforderliche Aufmerksamkeit schnell nach und weicht einem komfortalben Wohlfühlmodus, der Ablenkungen mit anderen Dingen (Smartphone, Internet, Hörspiele, Telefonieren) fördert.
Da du hier so vehement wissenschaftlich belegbare Fakten für die Wirksamkeit der Assistenten einforderst, hast du die bestimmt auch für diese Behauptung von dir. ;)
Ich finde gerade längere Strecken deutlich entspannter mit ACC und Spurführungs-Assi. Die erste längere Strecke damit (500km) war super, nachdem ich die letzten 8 Jahre komplett ohne solche Hilfen unterwegs war.
Und nein, ich hab trotzdem nicht die Hälfte der Strecke Zeitung gelesen oder am Handy rumgespielt. :LOL:
Das einzige, wo ich dir recht gebe: je nach Auto funktionieren die unterschiedlich gut. Mit denen von Dacia hab ich keine Erfahrungen, bei Ford (mein vorheriges Auto) hört man auch gemischtes Feedback. Mein aktueller (Mittelklasse) macht das aber schon ordentlich.
 
das zählt nur so lange, bis man selbst das (vermeidbare) Opfer eines Assistenten bzw seines Aufsehers wird, dann wird das sehr wohl wichtig
Wenn die Gefahr dank der Assis deutlich abnimmt, dass ich z.B. auf der Landstrasse von einem entgegen kommenden Fahrzeug abgeschossen werde, weil der Fahrer unaufmerksam war oder einen Sekundenschlaf hatte, dann gehört ein von einem Assi verursachter Unfall zu den Restrisiken, die es nun mal auf der Strasse immer geben wird, so tragisch das im Einzelfall dann auch ist.

Sorry, aber solange wir keine wissenschaftlich belastbaren Fakten dazu haben, sind das allesamt Milchmädchen-Rechnungen. Und die haben wir bisher nicht, nicht mal Untersuchungen (ist alles noch sehr frisch, Pflicht erst seit '24, vorher allgemein nur wenige Assis im Einsatz, die auch noch recht unterschiedlich sind / waren). Was wir haben sind ein paar sehr ... vage und gewagte ... Prognosen, Korrelationen und (auffällig viele) Glaubensbekenntnisse - aber das sind nunmal keine Fakten.
Wenn die Assis mehr Schaden als Nutzen anrichten würden, hätten sie wohl nicht weltweit von allen Zulassungsbehörden eine Freigabe erhalten.
 
Wernn du dafür schon einen Assi brauchst würde ich doch dringend raten den Führerschein abzugeben. Oder alternativ verantwortungsvoll Auto zu fahren. Letzteres geht auch ohne Assistenten.
Im einen Fall habe ich auf der Autobahn auf einer mir gut bekannten Strecke verantwortungsvoll bewusst die rechte Spur gewählt, weil ich es ruhig angehen und mit 100 km/h (statt der auf diesen Strecken üblichen 120 km/h) gemütlich nach Hause "gondeln" wollte. Ich wollte auch den "Stress" des alle paar hundert Meter wechselnden Tempolimits 120 km/h - 100 km/h - 120 km/h - 100 km/h nicht, sondern regelmässig durchsegeln. Und ich habe auch dem Druck der dauernd von hinten auffahrenden/drängelnden Autos stand gehalten, die mich wohl als Verkehrshindernis angesehen haben. Und ja, in dem ganzen Gewimmel der Tafeln war dann auch eine mit 80 km/h dabei die ich tatsächlich übersehen habe = CHF 120 Busse. Und im zweiten Fall habe ich auf einer 60er Strecke das Auto bewusst auf die 50er Zone hin ausrollen resp. rekuperieren lassen, statt aktiv zu bremsen und bin dann 1 km/h zu schnell in die 50er Zone geblitzt worden = CHF 40 Busse.
 
Wenn die Gefahr dank der Assis deutlich abnimmt, dass ich z.B. auf der Landstrasse von einem entgegen kommenden Fahrzeug abgeschossen werde, weil der Fahrer unaufmerksam war oder einen Sekundenschlaf hatte, dann gehört ein von einem Assi verursachter Unfall zu den Restrisiken, die es nun mal auf der Strasse immer geben wird, so tragisch das im Einzelfall dann auch ist.


Wenn die Assis mehr Schaden als Nutzen anrichten würden, hätten sie wohl nicht weltweit von allen Zulassungsbehörden eine Freigabe erhalten.
sorry, aber mit solchen Schlussfolgerungen bestätigst du lediglich eine nicht geringe Technik- und auch Obrigkeitsgläubigkeit.

Ein Beweis für eine tatsächliche Breitbandwirkung zur Unfallvermeidung ist das in keiner Hinsicht, und auch kein Beleg für die Ungefährlichkeit. Eher ein Zirkelschluss. Wir befinden uns in der Anfangsphase eines primär politisch-ideologisch motivierten Experiments, da müssen wir noch ein paar Jahre oder auch mindestens ein Jahrzehnt warten, bis ausreichend viele Fahrzeuge damit unterwegs sind, um ernsthaft belastbare Studien überhaupt erstellen zu können, die das eine oder andere bestätigen und Probleme herausarbeiten können. Und das wird gar nicht so einfach, weil man dann juristisch schon einiges umwerfen muss, damit man an die Daten kommen kann, wer wann wo mit welchen Assistenzen welcher Qualität und Entwicklungsstufe unterwegs war. Sinnvollerweise muss man ja auch die Situationen einbeziehen, bei denen ein Assistenzsystem tatsächlich einen Unfall vermeiden konnte. Dann nur mit oberflächlichen Korrelationen zu spekulieren ist nicht besonders wissenschaftlich.

Bis dahin ist es vlt nicht nur Überzeugung oder reiner Glaube, aber geht in die Richtung - die Annahme, dass man jedes Problem früher oder später mit Technik erschlagen könne, ist nicht selten SF-Ideologie.
 
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