Die genannte Gruppe verursacht u.a. viel Auffahrunfälle, Frontalkollisionen u.a. durch Sekundenschlaf und Unfälle wo Fussgänger und Radfahrer betroffen sind. Mit den bereits heute verbauten Assistenten lässt sich einiges davon verhindern (Notbremsassi, Aufmerksamkeitsassi, Alkohol-Locker, Spurhalteassi, Dooring-Assi, Totwinkelassi).
Alkohollocker gibts nur auf gerichtliche Anordnung, er erkennt keinerlei andere Drogen und verhindert das Saufen während des Fahrens auch nicht unbedingt. Der NBA verhindert bei weitem nicht immer eine Kollision, weil auch er keine Hintertürchen in der Physik kennt - er setzt lediglich die Geschwindigkeit möglichst schnell herab, damit kein ungebremster Aufprall erfolgt. Falls er das Hindernis erkennt, und das tun nicht alle unter allen Umständen. Über den Spurhaltewachhund gibt es nicht viel mehr zu sagen, als dass er zwar oft die Spur hält, und das ist praktisch, wenn man nebenbei was machen will, aber manchmal will er auch ganz woanders hin als er soll - und das nicht nur bei Sonderspuren im Baubereich und Schlechtwetter. Totwinkelassi sind v.a. bei LKW ein Thema, aber auch sie verhindern nicht alles und können eine falsche Sicherheit erzeugen. Der "Müdigkeitswarner" (den es in vielen Ausführungen gibt) gibt ebenfalls jede Menge Fails aus, und mich persönlich würde es rasend machen, wenn (bei der Kameraversion) ständig eine Linse auf mich gerichtet ist, die mit dem Konzern über Standleitung verbunden ist und jedes unbewusste Nasenpopeln potentiell aufzeichen und übermitteln kann, selbst wenn ich weiss oder dem Hersteller glaube, dass diese Kamera nur für die Erfassung der Gesichtsmimik zuständig ist und nichts weiterleitet.
Kurz: das alles ist nicht zuverlässig. Es täuscht Sicherheit vor, wo sie nicht wirklich vorhanden ist, und selbst wenn das eine oder andere Problem damit verhindert wird, rücken andere nach und verursachen paradoxe Reaktionen. Ob das (unterm Strich) wirklich einen nennenswerten Rückgang von Unfällen bedeutet, werden wir erst in etlichen Jahren relativ sicher wissen. Die Analyse wird aufwändig, wenn sie richtig gemacht werden soll und nicht nur auf einer simplen Korrelation beruhen soll, die Ursachen und Wirkung praktisch nicht berücksichtigt, sondern nur eine primitive Jahreszahlen-Subtraktionsergebnis ausspuckt . So rechnen Milchmädchen. Aber natürlich auch geschäftstüchtige Hard- und Softwareverkäufer. Das Geschäft mit der Angst war seit jeher ein sehr lukratives.
Keine Angst, parallel zu den technischen Entwicklungen wird auch im Bereich Gerichtsbarkeit, Versicherungswesen, Rechtsprechung etc. mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet, welche der neuen Situation mit den Assis gerecht wird.
das ist eine sehr fröhliche Annahme. In der Realität streiten sich nach wie vor nur die 3 beteiligten Parteien um die Haftbarkeit. Herstellern schliessen sie konsequent per AGB aus (der Halter / Fahrer haftet immer), Versicherungen möchten auf keinen Fall die Folgen übernehmen und sind hin- und hergerissen, an wen sie die Kosten weitergeben oder einklagen können (Hersteller sind mächtig, Kunden idR nicht - wer wird wohl den Kürzeren ziehen?), und die Kunden sind der Meinung, dass Hersteller für ihre Fehler haftbar zu machen sind, aber das können sie halt kaum durchsetzen. Die Programmierer der Hersteller handeln im Auftrag, die Zulassungsstellen können nicht jedwede Unfallsituation vorher testen, und die Algorithmen in den KFZ sind natürlich keine juristischen Personen. Also, wenn wirds wohl treffen?
Selbst wenn die Kisten versichert werden, sind sowohl Hersteller als auch Versicherungen allein durch ihre juristische und finanzielle Übermacht sicher in der Lage, kapitalriskante Klauseln und Ausnahmen in ihren AGB unterzubringen, die jeder juristischen Auseinandersetzung problemlos standhalten, also legal sind.
Kurz: die Einzigen, die Angst haben sollten, sind die Kunden der Fahrzeuge, wenn die Assistenten versagen und die Beteiligten dann professionell Haftungsbilliard spielen.
Dagegen hilft die Ablehnung des Unbekannten nicht, sondern man muss sich damit intensiv auseinander. Und ja, man muss auch Erfahrungen mit neuer Technik sammeln.
nun bleibt mal realistisch. Es ist doch heute kaum noch möglich, "technikfeindlich" im eigentlichen Sinn zu sein. Das elektronische Gelumpe ist doch heute in jeder el. Zahnbürste, es gibt nur sehr wenige Leute ganz ohne Smartphone und Computer, jedes Fahrzeug, jeder TV, fast jedes Radio und was man sonst noch so zuhause hat oder womit man im Beruf konfrontiert wird, ist mit einem Riesenhaufen Technik verbunden - ob man das mag oder nicht, man kommt gar nicht aus und
hat sich damit auseinanderzusetzen.
Aber es gibt auch immer mehr Leute, die von dem ganzen hochkomplizierten, fehleranfälligen und (aus den verschiedensten Gründen) kurzlebigen Mist einfach die Nase gestrichen voll haben. Denn man kann alles übertreiben und bis zum Exzess missbrauchen, auch die "Technik-Liebe" (oder -Faszination).
Wir mögen es noch sehr viel weniger, wenn uns plötzlich ein Fahrzeug auf unserer Spur entgegen kommt, oder uns jemand ungebremst ins Heck rast, oder uns jemand von der Seite in den Wagen kracht, oder wenn jemand vor dem Bike plötzlich die Autotür öffnet oder wenn uns jemand auf dem Fussgängerstreifen überfährt.
ich bin voll dafür, wenn es darum geht, mit
verhältnismässigen Mitteln Unfälle auf ein Minimum zu beschränken - ganz wird nie gehen, und das Leben ist nun mal lebensgefährlich und endet stets mit dem Tode (egal, was man macht), das verdrängen die Leute halt immer wieder und verhalten sich dementsprechend flapsig-unbeschwert, aber erwarten im grossen Aufenthalts- und Verkehrsdschungel stets irgendwelche allgegenwärtigen Beschützer, die sie vor allen Dummheiten und Gefahren (von sich selbst und anderen) bewahren. Riesige Kinder ohne (Selbst)Verantwortungsgefühl, kaum Gefahrenbewusstsein, geborgen ganz wie in Mamas Schoss.
Aber das ist nicht alles mit Technik, Technik und noch mehr Technik leistbar, zumal die Kernprobleme in schädlichen Verhaltensweisen der Bevölkerung zu finden sind und weniger im technischen Bereich. Und wer soll die Anschaffung und Wartung dieser Abermilliarden Sensoren und Gerätschaften bezahlen, damit auch der letzte Knallkopp endlich vor allem safe ist?
Zum Glück ist die Akzeptanz und der der Umgang der Digital Natives mit neuer Technik wesentlich entspannter als durch die Vorgängergenerationen. Und wer weiss, evtl. sprechen wir ja bald von den Assi-Natives, die sich ein Auto ohne Assis gar nicht mehr vorstellen kann.
es geht wohl nicht ohne immer wieder neue, bedeutsame Wortschöpfungen
Vor letzterer Gruppe grausts mir regelrecht und ich hoffe, dass ich schon lang weg vom Fenster bin, wenn die zum Problem werden. Und das werden sie, wenn sie derartigen Frühkonditionierungen unterworfen werden.