Assistenzsysteme sinvoll, oder tödlich ?

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Das beste Beispiel dafür sind Vollautonome Fahrzeuge, die jetzigen Assis sind denn auch nur ein Zwischenschritt auf dem Weg dorthin.
Aber wenn sie nicht sicher funktionieren und z.B. auf freier Strecke plötzlich bremsen, dann ist das ein fauler Kompromiss.

Und Rechtsprechung hin oder her - am Ende wird immer der Fahrer oder der Halter in Anspruch genommen werden. Weil wenn man den Hersteller haftbar macht, würde der die Technik im jetzigen Stadium nicht verbauen, weil ihm das Risiko zu groß wäre.

Außerdem hat man als Fahrer die Beweisnot, dass das Assistenzsystem versagt hat.

Ich bin nicht gegen die Technik, sondern durchaus technikaffin. Aber sie muss sicher funktionieren, wenn sie "in freier Wildbahn" zum Einsatz kommt.
 
Sehe ich genauso. Wir werden mit den Verfechtern halbgarer Techniklösungen nicht überein kommen.

Wenn der Kram nicht zuverlässig funktioniert, muss eben noch weiterentwickelt werden. Dann dauert es eben etwas länger, bis die Technik zum Einsatz kommen darf.

Die Allgemeinheit als kostenlose Datensammelstelle für die Weiterentwicklung der eigenen, unfertigen(!) Technik zu nutzen, ist einfach nur frech.
 
Jaja, die Assistenzsysteme.....
du postest ein Diagramm mit dem Verlauf der Unfallhäufigkeit, auf welchem einige Maßnahmen zur Verkehrsregelung markiert sind. Aber welche Maßnahme hatte welchen Einfluß, oder hatte sie uberhaupt einen? Das ist einer solchen Grafik leider nicht zu entnehmen, und damit andeuten zu wollen, dass alle diese Maßnahmen, die keinem Assistenten zuzuordnen sind, wäre für die Senkung der Verkehrtotenzahlen verantwortlich, ist schon ein ziemlicher Statikhumbug. Ich konnte bei 1997 und 2000 die Begurt meiner Töchter eintragem, die haben dann sicher auch am Fall der Zahlen mitgewirkt?
Die Rede war aber nicht davon, dass Assis einem das Lenkrad aus der Hand reissen, sondern dass die (unerwarteten, spontanen) Reaktionen diverser Assis durchaus Leute so verwirren können, dass sie womöglich erst recht das Steuer verreissen.
Hier im Forum ist genau diese Aussage zum Spuhalteassi so getroffen worden „der hat mir die Lenkung aus der Hand gerissen. Und genau damit wird auch die Lebensgefährlichkeit begründet. Deine Weiterleitung ist übrigens ebenfalls kaum nachvollziehbar. Eine Lampe blinkt, es piept irgendwo und der Fahrer vereisst deshalb das Lenkrad?

Unsere grössten technischen Fortschritte haben wir übrigens fast ausschliesslich in Zeiten militärischer Konflikte gemacht.
nö, militärische Forschung ist nachweislich die ineffektivste, weil teuerste uberhaupt. Sie verhindert oder erschwert den Austausch zwischen Institutionen, Forschenden und Firmen aufgrund der hohen Geheimhaltung und führt oft zu parallelen Arbeiten am gleichen Sachverhalt, aber Gegensatz zur zivilen Forschung ohne gegenseitigen Austausch.
 
Wenn ich meinen, ironisch gemeinten, Beitrag #285 und den Beitrag #291 zusammenziehe dann bleibt als Konsequenz nur meiner übrig. Es gibt nur dann viele Verkehrstote wenn viele Autos fahren. Also Autos verbieten.
 
Aber wenn sie nicht sicher funktionieren und z.B. auf freier Strecke plötzlich bremsen, dann ist das ein fauler Kompromiss.
Dieses Beispiel ist schon ausgelutschter als jenes vom Tesla, welcher in einen LKW gekracht ist, weil der Assi das Bild auf der Wand des LKW als Wolkenhimmel interpretiert hat.

Durch das häufige zitieren des immer gleichen Beispiels wird die Technik nicht schlechter und das Vertrauen in diese zum Glück auch nicht weniger.

Und Rechtsprechung hin oder her - am Ende wird immer der Fahrer oder der Halter in Anspruch genommen werden. Weil wenn man den Hersteller haftbar macht, würde der die Technik im jetzigen Stadium nicht verbauen, weil ihm das Risiko zu groß wäre.
Das ist aktuell so geregelt:
Level 1 - 2:
Haftung beim Fahrer oder Halter

Level 3:
Beweispflicht beim Fahrer oder Halter, dass die Systeme versagt haben. Dafür liefern die Logs der Systeme umfangreiches Beweismaterial.

Level 4 - 5:
Die Haftpflicht liegt beim Hersteller.

Ich bin nicht gegen die Technik, sondern durchaus technikaffin. Aber sie muss sicher funktionieren, wenn sie "in freier Wildbahn" zum Einsatz kommt.
Sie ist zum Glück bereits im Einsatz, weil auch die Zulassungsbehörden insgesamt gesehen mehr Nutzen als Schaden sehen. Willkommen im 21. Jahrhundert.
 
Wenn der Kram nicht zuverlässig funktioniert, muss eben noch weiterentwickelt werden. Dann dauert es eben etwas länger, bis die Technik zum Einsatz kommen darf.

Die Allgemeinheit als kostenlose Datensammelstelle für die Weiterentwicklung der eigenen, unfertigen(!) Technik zu nutzen, ist einfach nur frech.
So gesehen dürfte auch kein Fahrrad mehr auf der Strasse sein. Alleine in den letzten 12 Monaten mussten Canyon und Cube hunderttausende Fahrräder wegen lebensgefährlichen Mängeln zurückrufen (Bruch von Felgen, Gabeln und Kurbeln). Genauso wie der Mensch wird auch die Technik nie 100% perfekt sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das alleine sagt aber nichts über die Zuverlässigkeit aus.
 
Die genannte Gruppe verursacht u.a. viel Auffahrunfälle, Frontalkollisionen u.a. durch Sekundenschlaf und Unfälle wo Fussgänger und Radfahrer betroffen sind. Mit den bereits heute verbauten Assistenten lässt sich einiges davon verhindern (Notbremsassi, Aufmerksamkeitsassi, Alkohol-Locker, Spurhalteassi, Dooring-Assi, Totwinkelassi).
Alkohollocker gibts nur auf gerichtliche Anordnung, er erkennt keinerlei andere Drogen und verhindert das Saufen während des Fahrens auch nicht unbedingt. Der NBA verhindert bei weitem nicht immer eine Kollision, weil auch er keine Hintertürchen in der Physik kennt - er setzt lediglich die Geschwindigkeit möglichst schnell herab, damit kein ungebremster Aufprall erfolgt. Falls er das Hindernis erkennt, und das tun nicht alle unter allen Umständen. Über den Spurhaltewachhund gibt es nicht viel mehr zu sagen, als dass er zwar oft die Spur hält, und das ist praktisch, wenn man nebenbei was machen will, aber manchmal will er auch ganz woanders hin als er soll - und das nicht nur bei Sonderspuren im Baubereich und Schlechtwetter. Totwinkelassi sind v.a. bei LKW ein Thema, aber auch sie verhindern nicht alles und können eine falsche Sicherheit erzeugen. Der "Müdigkeitswarner" (den es in vielen Ausführungen gibt) gibt ebenfalls jede Menge Fails aus, und mich persönlich würde es rasend machen, wenn (bei der Kameraversion) ständig eine Linse auf mich gerichtet ist, die mit dem Konzern über Standleitung verbunden ist und jedes unbewusste Nasenpopeln potentiell aufzeichen und übermitteln kann, selbst wenn ich weiss oder dem Hersteller glaube, dass diese Kamera nur für die Erfassung der Gesichtsmimik zuständig ist und nichts weiterleitet.

Kurz: das alles ist nicht zuverlässig. Es täuscht Sicherheit vor, wo sie nicht wirklich vorhanden ist, und selbst wenn das eine oder andere Problem damit verhindert wird, rücken andere nach und verursachen paradoxe Reaktionen. Ob das (unterm Strich) wirklich einen nennenswerten Rückgang von Unfällen bedeutet, werden wir erst in etlichen Jahren relativ sicher wissen. Die Analyse wird aufwändig, wenn sie richtig gemacht werden soll und nicht nur auf einer simplen Korrelation beruhen soll, die Ursachen und Wirkung praktisch nicht berücksichtigt, sondern nur eine primitive Jahreszahlen-Subtraktionsergebnis ausspuckt . So rechnen Milchmädchen. Aber natürlich auch geschäftstüchtige Hard- und Softwareverkäufer. Das Geschäft mit der Angst war seit jeher ein sehr lukratives.

Keine Angst, parallel zu den technischen Entwicklungen wird auch im Bereich Gerichtsbarkeit, Versicherungswesen, Rechtsprechung etc. mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet, welche der neuen Situation mit den Assis gerecht wird.

das ist eine sehr fröhliche Annahme. In der Realität streiten sich nach wie vor nur die 3 beteiligten Parteien um die Haftbarkeit. Herstellern schliessen sie konsequent per AGB aus (der Halter / Fahrer haftet immer), Versicherungen möchten auf keinen Fall die Folgen übernehmen und sind hin- und hergerissen, an wen sie die Kosten weitergeben oder einklagen können (Hersteller sind mächtig, Kunden idR nicht - wer wird wohl den Kürzeren ziehen?), und die Kunden sind der Meinung, dass Hersteller für ihre Fehler haftbar zu machen sind, aber das können sie halt kaum durchsetzen. Die Programmierer der Hersteller handeln im Auftrag, die Zulassungsstellen können nicht jedwede Unfallsituation vorher testen, und die Algorithmen in den KFZ sind natürlich keine juristischen Personen. Also, wenn wirds wohl treffen?

Selbst wenn die Kisten versichert werden, sind sowohl Hersteller als auch Versicherungen allein durch ihre juristische und finanzielle Übermacht sicher in der Lage, kapitalriskante Klauseln und Ausnahmen in ihren AGB unterzubringen, die jeder juristischen Auseinandersetzung problemlos standhalten, also legal sind.

Kurz: die Einzigen, die Angst haben sollten, sind die Kunden der Fahrzeuge, wenn die Assistenten versagen und die Beteiligten dann professionell Haftungsbilliard spielen.

Dagegen hilft die Ablehnung des Unbekannten nicht, sondern man muss sich damit intensiv auseinander. Und ja, man muss auch Erfahrungen mit neuer Technik sammeln.

nun bleibt mal realistisch. Es ist doch heute kaum noch möglich, "technikfeindlich" im eigentlichen Sinn zu sein. Das elektronische Gelumpe ist doch heute in jeder el. Zahnbürste, es gibt nur sehr wenige Leute ganz ohne Smartphone und Computer, jedes Fahrzeug, jeder TV, fast jedes Radio und was man sonst noch so zuhause hat oder womit man im Beruf konfrontiert wird, ist mit einem Riesenhaufen Technik verbunden - ob man das mag oder nicht, man kommt gar nicht aus und hat sich damit auseinanderzusetzen.

Aber es gibt auch immer mehr Leute, die von dem ganzen hochkomplizierten, fehleranfälligen und (aus den verschiedensten Gründen) kurzlebigen Mist einfach die Nase gestrichen voll haben. Denn man kann alles übertreiben und bis zum Exzess missbrauchen, auch die "Technik-Liebe" (oder -Faszination).

Wir mögen es noch sehr viel weniger, wenn uns plötzlich ein Fahrzeug auf unserer Spur entgegen kommt, oder uns jemand ungebremst ins Heck rast, oder uns jemand von der Seite in den Wagen kracht, oder wenn jemand vor dem Bike plötzlich die Autotür öffnet oder wenn uns jemand auf dem Fussgängerstreifen überfährt.
ich bin voll dafür, wenn es darum geht, mit verhältnismässigen Mitteln Unfälle auf ein Minimum zu beschränken - ganz wird nie gehen, und das Leben ist nun mal lebensgefährlich und endet stets mit dem Tode (egal, was man macht), das verdrängen die Leute halt immer wieder und verhalten sich dementsprechend flapsig-unbeschwert, aber erwarten im grossen Aufenthalts- und Verkehrsdschungel stets irgendwelche allgegenwärtigen Beschützer, die sie vor allen Dummheiten und Gefahren (von sich selbst und anderen) bewahren. Riesige Kinder ohne (Selbst)Verantwortungsgefühl, kaum Gefahrenbewusstsein, geborgen ganz wie in Mamas Schoss.

Aber das ist nicht alles mit Technik, Technik und noch mehr Technik leistbar, zumal die Kernprobleme in schädlichen Verhaltensweisen der Bevölkerung zu finden sind und weniger im technischen Bereich. Und wer soll die Anschaffung und Wartung dieser Abermilliarden Sensoren und Gerätschaften bezahlen, damit auch der letzte Knallkopp endlich vor allem safe ist?

Zum Glück ist die Akzeptanz und der der Umgang der Digital Natives mit neuer Technik wesentlich entspannter als durch die Vorgängergenerationen. Und wer weiss, evtl. sprechen wir ja bald von den Assi-Natives, die sich ein Auto ohne Assis gar nicht mehr vorstellen kann.
es geht wohl nicht ohne immer wieder neue, bedeutsame Wortschöpfungen :)

Vor letzterer Gruppe grausts mir regelrecht und ich hoffe, dass ich schon lang weg vom Fenster bin, wenn die zum Problem werden. Und das werden sie, wenn sie derartigen Frühkonditionierungen unterworfen werden.
 
Kurz: das alles ist nicht zuverlässig. Es täuscht Sicherheit vor, wo sie nicht wirklich vorhanden ist, und selbst wenn das eine oder andere Problem damit verhindert wird, rücken andere nach und verursachen paradoxe Reaktionen.
Und genau da steckt 100% Wahrheit drin.
Deshalb wird man hier auch nie Gemeinsamkeiten finden.

Die einen möchten, das Unzuverlässigkeit das Denken übernimmt, die anderen meinen Ich denke besser wie die Unzuverlässigkeit der Assis.

Somit gibt es 2 Meinungen....und das wird auch so bleiben.....

Eigentlich mir egal solange sich die Unzuverlässigkeit der Assis abschalten lässt.
Ich habe aber die Befürchtung, das sowas irgendwann nicht mehr abschaltbar sein wird.
 
Sorry, aber Menschen ohne Visionen sind armselige, bedauernswerte Kreaturen. Visionen geben den Menschen Inspiration, Perspektiven, Antriebskraft, Begeisterung, Motivation, Erfüllung, Energie, Lebensziel, Orientierung, uvm. Visionen sind der Treibstoff für Fortschritt, Erfolg und die Zukunft. Und bitte, verwechsle nicht Visionen mit Traumtänzerei, denn das sind reine Wunschvorstellung ohne jeden Realitätsbezug, oft verbunden mit Selbsttäuschung bis hin zum Selbstbetrug. Und ja, das ist dann schon eher ein Fall für den Facharzt.

das Problem ist nur, dass der häufigste Typus des "Visionärs" genau das nicht auseinanderhalten kann - aber denkt natürlich, er könne es und verhält sich auch entsprechend selbstbewusst.

Ja, Menschen brauchen Denkmodelle, Ziele und Motivationen - aber keine Visionen. Die kippen sehr leicht in Ideologien, und so bemerkt man gar nicht, dass man (inzwischen) scheunentorgrosse Scheuklappen auf hat und sich immer mehr in den Blödsinn reinsteigert. Das sind schleichende Prozesse.

Das beste Beispiel dafür sind Vollautonome Fahrzeuge, die jetzigen Assis sind denn auch nur ein Zwischenschritt auf dem Weg dorthin.

und genau dieser "Zwischenschritt" ist der kritische. Hätte nichts dagegen, wenn jemand ein VA produziert, das sich hochsicher bei allen Umgebungssituationen und variablen Parametern wie Wetter usw verhält, und das zu einem akzeptablen Preis.

Aber bis dahin fahren grosse kinetische Massen mit potentiell gefährlichen, primitiven und unausgereiften Pseudosicherheitsprogrammen mit Steuerkontrolle über die Strassen, mit denen neben mir auch die Familie konfrontiert wird. Und dagegen habe ich was. Nicht dass das im Weltgeschehen eine Rolle spielen würde, aber man muss auch mal von sich geben, dass nicht alle die feuchten technokratischen SF-Träume selbst- und technikverliebter Ingenieure und andere Mitarbeiter (mit irgendwelchen "Visionen") teilen.

Wir als Kunden sollen das Zeug schliesslich nicht nur bezahlen, sondern uns auch mit dem zT hoch komplizierten Bedienungsvorgaben und fehlerhaften Umsetzungen auseinandersetzen. Das kostet Geld, Zeit und Nerven, und da das im täglichen Leben sehr knappe Ressourcen sind, muss das Verhältnis Aufwand / Nutzen bzw Ertrag dann schon stimmen. Technikkram entwickeln und haben, nur um Technikkram zu haben, weil es technisch möglich ist, und sich ihm dann zu unterwerfen erfüllt diese Anforderungen nicht.

Die Entwicklung ist weit weniger rasant, als wir dies empfinden. Vieles wird nur durch die Medien und PR-Abteilungen gepuscht. So sprach man schon vom iPhone 18, als noch nicht mal das iPhone 17 auf dem Markt war. Und damit sich alles noch sehr viel schneller anfühlt, wird es kein iPhone 19 geben und daher spricht man schon jetzt 4 Monate vor dem Launch des iPhone 18 vom iPhone 20. Das fühlt sich alles rasant an, in Wirklichkeit ist der Produktezyklus seit 20 Jahren nicht schneller geworden und der Innovationszyklus hat sich sogar laufend verlangsamt. Noch krasser bei Windows. Da hat sich der Produktezyklus in den letzten 40 Jahren sogar massiv verlangsamt. Von anfänglich 1 - 2 Jahren, liegen wir seit 2015 bei 6 Jahren. Weil aber die Medien über Jahre monatlich von der nächsten Win-Generation berichten, haben wir das Gefühl, dass alles viel schneller geht als früher, in Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Auch solche Dinge wie die ersten Weihnachtsartikel in den Läden bereits Ende Oktober oder Zeitschriften die bereits im November 2026 die Nummer 1/2027 tragen, führen zu diesem Beschleunigungsgefühl.

das willst du tatsächlich nur an Windows und iPhone festmachen? Wie erklärst du dir zB die zahlreichen Hersteller, die eine fast unüberschaubare Modellvielfalt generieren, die trotz fast identischer Bezeichnungen ständig neue Sub-Modelle generieren, die zahlreiche Änderungen im (inneren) Aufbau beinhalten? So zB die KFZ-Branche, wo man schon ganz genau die langen Zahlen eines Dokker oder Duster dekodieren muss, um zu wissen, was drin steckt? Da reicht oft schon ein Tag zum anderen, und schon braucht man zT völlig andere Ersatzteile für das genau gleiche Modell.

Ganz grundsätzliche Neuerungen sind natürlich selten geworden. Alles, was wir zB an Elektronik haben, basiert weiterhin auf Komponenten, die man bereits vor 50J eingesetzt hat: Transistor, Widerstand, Induktivität, Kondensator. Recht viel mehr ist da nicht drin, nur alles viel, viel kleiner, in viel höherer Konzentration und natürlich in zahlreichen, leistungsfähigeren Variationen. Software dasselbe: alles Bits und Bytes, alles braucht Prozessoren, Arbeitsspeicher, Massenspeicher. Selbst Algorithmen sind nicht wirklich neu, auch nicht "selbst lernende". Autos haben bis auf wenige Ausnahmen immer noch 4 Räder, einen Energiespeicher, einen Antrieb, eine Karosserie, Bremsen, Fahrwerk, Sitze, Scheiben usw.

Die Produktzyklen sind aber auch an Haltbarkeiten und Kompatibilitäten gebunden: ein Produkt kann schon obsolet werden, wenn keine Sicherheitsupdates mehr erfolgen oder die OS-Version zu niedrig ist - da streiken schon etliche Programme bei der Installation. Also Neukauf. Weiteres Problem sind geplante Obsoleszens-Strategien, zB empfindliche Hochglanzoberflächen, geringe Stabilität, Verwendung von Plastik-Weichmachern, die sich in 1-2 Jahren verflüchtigen, Software, die immer umfangreicher wird und Hardware-Aufrüstungen (also wieder Neukauf) äusserst nahelegt, Akkus, die nach 1-2J intensiven Gebrauchs höhere Kapazitätsverluste haben, aber man bekommt keinen (neuen) Ersatz dafür bzw die Kosten für die Reparatur übersteigen einen Neukauf undundund.

Und da ist natürlich auch noch die Mode, man will ja ständig "in" sein: mit einem Smartphone, das 1J alt ist und vielleicht schon ein paar Abnutzungspuren hat, erntet man nur noch mitleidiges Lächeln. Also Statusfragen, gerade (aber nicht nur) bei den jüngeren.

Zumindest in den Medien die ich konsumiere, berichtet man gleichermassen von neuen wie auch von gescheiterten Startups. Schaut man sich aber die Berichterstattung von Versuchen mit Robotaxis vs. Unfällen von solchen Fahrzeugen an, dann überwiegt der Sensationsjournalismus massiv "zu Gunsten" der Unfälle.
klar, das ist für die Bevölkerung ja auch deutlich (sicherheits)relevanter als das Ableben eines der vielen Startups, das üblicherweise als Randnotiz ausserhalb des main streams untergeht.
 
Wenn ich meinen, ironisch gemeinten, Beitrag #285 und den Beitrag #291 zusammenziehe dann bleibt als Konsequenz nur meiner übrig. Es gibt nur dann viele Verkehrstote wenn viele Autos fahren. Also Autos verbieten.

kein Problem. Wir kriegen das auch spielend mit normalen und elektrisch befeuerten Radfahrern, Fussgängern, Quads, Motorrädern, Bussen, LKW, Bahnen hin. Und sogar die elektrischen Tretrollerchen, die ich unelektrisch aus Kinderzeiten kenne, leisten offensichtlich einen wertvollen Beitrag zur Bevölkerungsdezimierung.

Wir finden immer einen Weg! Wir schaffen das! :)

Der einzig sichere Weg zu 0 Unfällen und 0 verkehrstoten Menschen ist das konsequente Verbot derselben. Oder vielleicht sollten wir einfach Unfälle verbieten? Nein, das geht jetzt wohl zu weit ...
 
das Problem ist nur, dass der häufigste Typus des "Visionärs" genau das nicht auseinanderhalten kann - aber denkt natürlich, er könne es und verhält sich auch entsprechend selbstbewusst ...
Es gibt den Technologie-Reifegrad, gemessen auf einer Skala von 1 bis 9. In Deutschland schaffen es Innovationen häufig nur bis TRL 6, denn danach würden sie den Campus der Forschungsinstitute und Universitäten verlassen und den etablierten Produkten Konkurrenz machen. Das gilt nicht nur für Automotive, das gilt generell. Und das ist unser deutsches Problem. Die neuen Techniken, deren Entwicklung von unseren Steuergeldern bezahlt wurden, gehen dann samt Ingenieuren und Entwicklern ins Ausland und kommen als fertige Produkte zu uns wieder zurück. Wir sind dann aber nicht mehr Produzenten mit entsprechender Wertschöpfung, sondern Konsumenten. Und die zugehörige Industrie ist futsch.

Außerhalb Europas hat das ganze Spiel auch einen Namen: schöpferische Zerstörung. Und es ist z.B. ausdrückliche Strategie im aktuellen chinesischen Fünfjahresplan. Das findet in Kombination mit dem sogenannten Leapfrogging statt, also sich z.B. nicht mehr dem technischen Wettbewerb beim quasi ausentwickelten Verbrennungsmotor zu stellen sondern gleich die Nachfolgetechnik zu perfektionieren und sich so die Weltmarktführerschaft zu sichern.
 
... Der einzig sichere Weg zu 0 Unfällen und 0 verkehrstoten Menschen ist das konsequente Verbot derselben. Oder vielleicht sollten wir einfach Unfälle verbieten? Nein, das geht jetzt wohl zu weit ...
Glaubst Du eigentlich den Blödsinn auch selber, den Du da schreibst?


Nachtrag: es gibt auch in Deutschland Kommunen, die "Vision Zero" anstreben und durch vielfältige Maßnahmen die Zahl der Verkehrsopfer stark senken konnten. Komplett "0" wird vielleicht (noch) nicht erreicht, aber sehr gute Plätze in den Statistiken. Und die Verkehrsplaner lernen und tauschen sich aus und auch die komplette "0" wird irgendwann gelingen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum "Vision Zero" nun auch in Deutschland in greifbare Nähe gerückt ist:
... Ein bedeutender Schritt zur Modernisierung des Straßenverkehrsrechts ist die Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO), die am 11.10.2024 in Kraft getreten ist. Die dazugehörige Novelle der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) erlangte am 10.04.2025 Rechtskraft.
[...]
Die wichtigste Neuerung der StVO-Novelle ist, dass straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen nun auch aus Gründen des Umwelt-, Klima- und des Gesundheitsschutzes und zur Unterstützung der geordneten städtebaulichen Entwicklung angeordnet werden können ...
Quelle: umwelt.nrw.de

Vor der Novelle war primär der Verkehrsfluss für Kraftfahrzeuge gesetzlich geschützt, nun gelten Sicherheit und Umwelt als gleichwertige Rechtsgüter. Die neuen Möglichkeiten müssen allerdings noch in das Bewusstsein der Verkehrsplaner gelangen. Immer noch werden Maßnahmen, die erlassen wurden, weil es Verkehrsopfer gegeben hat, wieder zurückgenommen, wenn es jahrelang an der so befriedeten Stelle keine neuen Verkehrsopfer gegeben hat ... um dann wieder Verkehrsopfer erleiden zu müssen, weil die ursprüngliche Gefahrensituation wiederhergestellt wurde.

Es war in der Vergangenheit Tatsache, dass erst Unfälle dokumentiert werden mussten, bevor man Maßnahmen ergreifen durfte. Vorsorgliches Handeln war oft nicht möglich.

Und sorry für Off-Topic, aber bei dem Quatsch von @Katzenpersonal ging mir die Hutschnur hoch.

Und die Doppelmoral muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, wie hier Assistenzsysteme als Gefahr eingeordnet werden, aber die sogenannte "freie Fahrt für freie Bürger" als zu schützendes Gewohnheitsrecht angesehen wird. Freiheit endet immer noch dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.
 
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