Assistenzsysteme sinvoll, oder tödlich ?

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Die richtige Reaktion braucht/muss man ja auch nicht durch Helfer unterstützen?
 
ziemlicher Statikhumbug
Statistik ist, soweit mir bekannt, in jedem Studium mit das schwierigste Fach.

Dennoch, ich halte Dich für intelligent genug, die Tendenzen in der Grafik zu deuten. Auch wenn ich Dir nicht sagen kann, welche Nebeneffekte (z. B. Fortschritte in der Trauma- bzw. Schockraumversorgung) mit beigetragen haben.

Und ich denke auch, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen der Einführung von 0,5 %0 und den Geburten Deiner Kinder besteht. Oder etwa doch?
 
Glaubst Du eigentlich den Blödsinn auch selber, den Du da schreibst?


Nachtrag: es gibt auch in Deutschland Kommunen, die "Vision Zero" anstreben und durch vielfältige Maßnahmen die Zahl der Verkehrsopfer stark senken konnten. Komplett "0" wird vielleicht (noch) nicht erreicht, aber sehr gute Plätze in den Statistiken. Und die Verkehrsplaner lernen und tauschen sich aus und auch die komplette "0" wird irgendwann gelingen.
ich gebe die Frage zurück: Glaubst du den Blödsinn auch selber, den du da schreibst?

Lässt sich sich Helsinki tatsächlich mit Nürnberg vergleichen, incl der staatlichen Gesetzgebung und der Mentalität der Leute?

Der Satz, auf den du Bezug genommen hast, war scherzhaft-überzeichnet gemeint. Aber die Richtung stimmt schon: nur wenn man praktisch alles raus nimmt, was potentiell gefährlich sein könnte, können die Unfallzahlen nahe 0 gehen. Wie alles hat aber auch das Konsequenzen, die durchdacht werden müssen, bevor man sich in blindem Aktionismus auf die nächste (ideologische) Schnappsidee stürzt, sie umsetzt, und dann irgendwann (nach viel Geld und Wirbel) feststellt, dass das jetzt leider doch nicht so einfach und toll war wie erhofft, sorry, haben uns geirrt, viel Geld verbraten, aber hey, wir haben es schliesslich "gut gemeint".

Und genau das ist im Moment eins unserer grössten Probleme innerhalb D und auch innerhalb der EU. Alle "meinen es gut" (wollen sich profilieren), kaum einer denkt was zuende. Hauptsache, wir haben "was gemacht" (und werden wiedergewählt). Folgen egal.
 
Warum "Vision Zero" nun auch in Deutschland in greifbare Nähe gerückt ist:

Quelle: umwelt.nrw.de

Vor der Novelle war primär der Verkehrsfluss für Kraftfahrzeuge gesetzlich geschützt, nun gelten Sicherheit und Umwelt als gleichwertige Rechtsgüter. Die neuen Möglichkeiten müssen allerdings noch in das Bewusstsein der Verkehrsplaner gelangen. Immer noch werden Maßnahmen, die erlassen wurden, weil es Verkehrsopfer gegeben hat, wieder zurückgenommen, wenn es jahrelang an der so befriedeten Stelle keine neuen Verkehrsopfer gegeben hat ... um dann wieder Verkehrsopfer erleiden zu müssen, weil die ursprüngliche Gefahrensituation wiederhergestellt wurde.

Es war in der Vergangenheit Tatsache, dass erst Unfälle dokumentiert werden mussten, bevor man Maßnahmen ergreifen durfte. Vorsorgliches Handeln war oft nicht möglich.

Und sorry für Off-Topic, aber bei dem Quatsch von @Katzenpersonal ging mir die Hutschnur hoch.

Und die Doppelmoral muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, wie hier Assistenzsysteme als Gefahr eingeordnet werden, aber die sogenannte "freie Fahrt für freie Bürger" als zu schützendes Gewohnheitsrecht angesehen wird. Freiheit endet immer noch dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.
bin deiner Meinung, ich kann mit "freie Fahrt für freie Bürger" auch nicht wirklich viel anfangen, das klingt ein wenig wie gewollte Anarchie, und gewisse Einschränkungen und Regeln müssen schon sein, damit das alles halbwegs gut funktionieren kann. Leider hast du mich (praktischerweise) in eine Klischee-Schublade geschoben und das darin enthaltene Feindbild auf meine Aussagen projeziert.

Und du hast nicht verstanden, dass es weniger um die "Assistenten" ansich geht (ja, die sind definitiv fehlerhaft, und das ist auch mit ein Grund für die breite Ablehnung in der Bevölkerung), sondern in erster Linie um deren (recht aggressiv befürwortete) Zwangsverordnung, aber auch von anderen Massnahmen, die man eher als boshafte Gängelei als vernunftbasierte Einschränkung einstufen kann. Und solange du damit konform gehst, liegt der Schluss nahe, dass deine Motivation vorwiegend ideologisch basiert ist. Ideologen sind bekannt für diese Handlungsweisen, denen ist völlig egal, was der Rest der Bevölkerung davon hält, weil sie sich schlicht für schlauer halten und damit für befugt, ihre "Visionen" umzusetzen. Sorry, aber das gibt halt manchmal Gegenwind, wir sind nicht allesamt leichtgläubige Schafe. Das muss man als ideologischer Verfechter extremer Massnahmen und Umstellungen aushalten können.

Wir werden uns da nicht einig werden. Trotzdem gute Besserung an deine Hutschnur :)
 
Es gibt den Technologie-Reifegrad, gemessen auf einer Skala von 1 bis 9. In Deutschland schaffen es Innovationen häufig nur bis TRL 6, denn danach würden sie den Campus der Forschungsinstitute und Universitäten verlassen und den etablierten Produkten Konkurrenz machen. Das gilt nicht nur für Automotive, das gilt generell. Und das ist unser deutsches Problem. Die neuen Techniken, deren Entwicklung von unseren Steuergeldern bezahlt wurden, gehen dann samt Ingenieuren und Entwicklern ins Ausland und kommen als fertige Produkte zu uns wieder zurück. Wir sind dann aber nicht mehr Produzenten mit entsprechender Wertschöpfung, sondern Konsumenten. Und die zugehörige Industrie ist futsch.

alles richtig. Aber das hat nichts mit der Zwangsverordnung von fehlerhaften (übergriffigen) Assistenten zu tun und der Ablehnung eines sehr grossen Teils der Bevölkerung, sie zu benutzen. Das ist rein ideologischer Kram, das soll (mal wieder) etwas erzwungen werden, das schon absehbar nicht funktioniert.

D hat sicher grosse Probleme, aber die sind multikausal und zT sehr komplex. Man muss die richtigen Fragen stellen, um Antworten zu bekommen, die Ursachen beleuchten, auf die man auch Einfluss jenseits von Stammtischgeplänkel nehmen kann.

Außerhalb Europas hat das ganze Spiel auch einen Namen: schöpferische Zerstörung. Und es ist z.B. ausdrückliche Strategie im aktuellen chinesischen Fünfjahresplan. Das findet in Kombination mit dem sogenannten Leapfrogging statt, also sich z.B. nicht mehr dem technischen Wettbewerb beim quasi ausentwickelten Verbrennungsmotor zu stellen sondern gleich die Nachfolgetechnik zu perfektionieren und sich so die Weltmarktführerschaft zu sichern.

hat sich offenbar noch immer nicht herumgesprochen, dass China eine Art Diktatur darstellt und auch kulturell wie wirtschaftlich deutlich andere Spielregeln hat. Wir können deren Vorgehensweisen mit unserer Gesetzgebung / Wirtschaft / Struktur allgemein nicht einfach kopieren. Und das gilt auch für andere Länder, die immer wieder als Positivbeispiele herangezogen (und argumentativ missbraucht) werden. Die Perlenpickerei funktioniert nicht, da muss man schon deutlich weiter ausholen, wenn man wirklich die Zusammenhänge verstehen und valide Lösungensansätze herausarbeiten will, die bei uns dann auch Aussicht auf erfolgreiche Umsetzung haben.
 
Alkohollocker gibts nur auf gerichtliche Anordnung,
Volvo bietet es als Option an, weitere werden folgen und ich hoffe, dass dieser Assi auch so rasch als möglich zwingend eingeführt wird, ohne ihn abschalten zu können.

Der NBA verhindert bei weitem nicht immer eine Kollision, weil auch er keine Hintertürchen in der Physik kennt - er setzt lediglich die Geschwindigkeit möglichst schnell herab, damit kein ungebremster Aufprall erfolgt. Falls er das Hindernis erkennt, und das tun nicht alle unter allen Umständen.
Nein, jede Kollision verhindert der NBA nicht, aber jede Kollision die er verhindert, rechtfertigt dessen Einsatz. In meinem Fall hat er zuverlässig reagiert und einen Unfall verhindert.

Totwinkelassi sind v.a. bei LKW ein Thema, aber auch sie verhindern nicht alles und können eine falsche Sicherheit erzeugen.
Und nur weil sie nicht alles verhindern, soll der Einsatz nicht sinnvoll sein?

Der "Müdigkeitswarner" (den es in vielen Ausführungen gibt) gibt ebenfalls jede Menge Fails aus, und mich persönlich würde es rasend machen, wenn (bei der Kameraversion) ständig eine Linse auf mich gerichtet ist, die mit dem Konzern über Standleitung verbunden ist ...
Das sind reine Fake News der Verschwörungstheoretiker und Schwurbler.
Die Müdigkeitswarner liefern zwar periodisch so wie alle andern Assis auch, anonymisierte Telemetriedaten an den Server des Herstellers. Die Bilder der Innenraumkamera werden hingegen nicht übermittelt, sondern datenschutzfreundlich direkt im Fahrzeug ausgewertet.

Kurz: die Einzigen, die Angst haben sollten, sind die Kunden der Fahrzeuge, wenn die Assistenten versagen und die Beteiligten dann professionell Haftungsbilliard spielen.
Nein im Gegenteil. Da ich alles andere als ein perfekter Autofahrer bin, werde ich dank der Assis weniger in solche Rechtsfälle hinein gezogen. In meinen bald 50 Jahren am Steuer hatte ich (privat und Firmenfahrten eingerechnet) 5 Unfälle. 3 davon hätte schon die Assis auf heutigem Stand mit sehr grosser Sicherheit verhindern können.

Das elektronische Gelumpe ist doch heute in ...
... kurzlebigen Mist einfach
Deine Ausdrucksweise zeigt doch schon Deine feindliche Einstellung zur Technik. Mit einer solchen Haltung wirst du daher Assis auch nie akzeptieren können.

Vor letzterer Gruppe grausts mir regelrecht und ich hoffe, dass ich schon lang weg vom Fenster bin, wenn die zum Problem werden.
Da könnten wir wohl nicht unterschiedlicher sein. Die junge Generation wird nicht zum Problem, sondern sie ist Teil der Lösung. Meiner Meinung nach sollte man längst viel mehr junge Leute in Geschäftsleitungen, Vorständen und in die Politik berufen.
 
Die einen möchten, das Unzuverlässigkeit das Denken übernimmt, die anderen meinen Ich denke besser wie die Unzuverlässigkeit der Assis.
Weder noch, ich lasse mich gerne von der Technik unterstützen, nicht mehr und nicht weniger.
 
Das heißt es wär am besten wir lassen alles so wie es ist, weil früher war es auch okay und es wird schon passen? Oder was wär deine Lösung für den technischen Fortschritt? Stehen bleiben?

Für mich klingt das nämlich alles nach küchenpsycholgischem, moralischen Highground, gepaart mit der Meta-Aussage: „Da es ja eh alles nicht ausgereift ist, warten wir einfach bis andere Länder die Technik standfest entwickelt haben und kaufen sie uns dann einfach teuer ein“.

Kleiner Ausflug in die Vergangenheit:
Das wurde zu Henry Ford auch gesagt.
 
Ja, Menschen brauchen Denkmodelle, Ziele und Motivationen - aber keine Visionen. Die kippen sehr leicht in Ideologien, und so bemerkt man gar nicht, dass man (inzwischen) scheunentorgrosse Scheuklappen auf hat und sich immer mehr in den Blödsinn reinsteigert. Das sind schleichende Prozesse.
Die meisten grossen Erfindungen und Entwicklungen der Menschheit z.B. in der Technik, Medizin und Naturwissenschaft wurden von Visionären begründet. Aber auch viele künstlerische Meisterwerke verdanken wir grossen Visionären.

und genau dieser "Zwischenschritt" ist der kritische. Hätte nichts dagegen, wenn jemand ein VA produziert, das sich hochsicher bei allen Umgebungssituationen und variablen Parametern wie Wetter usw verhält, und das zu einem akzeptablen Preis.
Richtig, Transitionsphasen sind oft kritisch, aber meist unumgänglich, um von A nach C zu gelangen.

das willst du tatsächlich nur an Windows und iPhone festmachen?
Ich habe aus unzähligen Beispielen die ich aufzeigen könnte, zwei bekannte und weit verbreitete gewählt.

Wie erklärst du dir zB die zahlreichen Hersteller, die eine fast unüberschaubare Modellvielfalt generieren, die trotz fast identischer Bezeichnungen ständig neue Sub-Modelle generieren, die zahlreiche Änderungen im (inneren) Aufbau beinhalten?
Ein Buchstaben mehr in der Modellbezeichnung oder ein Facelift haben rein gar nichts mit Innovation, Produktezyklen und der sich immer schneller ändernden Technik zu tun, sondern mit reinem Marketinggedöns. Wer sich aber von solchen Pseudoschritten stressen lässt und meint, dass sich das Rad der Zeit deswegen immer schneller dreht, ist selbst schuld.

Ganz grundsätzliche Neuerungen sind natürlich selten geworden. Alles, was wir zB an Elektronik haben, basiert weiterhin auf Komponenten, die man bereits vor 50J eingesetzt hat: Transistor, Widerstand, Induktivität, Kondensator. Recht viel mehr ist da nicht drin, nur alles viel, viel kleiner, in viel höherer Konzentration und natürlich in zahlreichen, leistungsfähigeren Variationen. Software dasselbe: alles Bits und Bytes, alles braucht Prozessoren, Arbeitsspeicher, Massenspeicher. Selbst Algorithmen sind nicht wirklich neu, auch nicht "selbst lernende". Autos haben bis auf wenige Ausnahmen immer noch 4 Räder, einen Energiespeicher, einen Antrieb, eine Karosserie, Bremsen, Fahrwerk, Sitze, Scheiben usw.
Richtig, wer das erkannt hat wird bemerken, dass die Technik gar nicht so schnell so grosse Fortschritte macht, wie uns dies die Marketingabteilungen gerne weiss machen wollen.

Die Produktzyklen sind aber auch an Haltbarkeiten und Kompatibilitäten gebunden: ein Produkt kann schon obsolet werden, wenn keine Sicherheitsupdates mehr erfolgen oder die OS-Version zu niedrig ist - da streiken schon etliche Programme bei der Installation. Also Neukauf. Weiteres Problem sind geplante Obsoleszens-Strategien, zB empfindliche Hochglanzoberflächen, geringe Stabilität, Verwendung von Plastik-Weichmachern, die sich in 1-2 Jahren verflüchtigen, Software, die immer umfangreicher wird und Hardware-Aufrüstungen (also wieder Neukauf) äusserst nahelegt, Akkus, die nach 1-2J intensiven Gebrauchs höhere Kapazitätsverluste haben, aber man bekommt keinen (neuen) Ersatz dafür bzw die Kosten für die Reparatur übersteigen einen Neukauf undundund.
Das ist tatsächlich ein Problem und da ist die EU zum Glück daran, solchen Machenschaften einen Riegel vorzuschieben. Aber das wäre ein Thema für einen andern Faden.

Und da ist natürlich auch noch die Mode, man will ja ständig "in" sein: mit einem Smartphone, das 1J alt ist und vielleicht schon ein paar Abnutzungspuren hat, erntet man nur noch mitleidiges Lächeln. Also Statusfragen, gerade (aber nicht nur) bei den jüngeren.
Das liegt im eigenen Einfluss- und Entscheidungsbereich, ob man mit der Mode gehen will oder nicht. Mit einer Portion Selbstbewusstsein kann man sehr gut gegen den Trend schwimmen und Statussymbolen entsagen.

klar, das ist für die Bevölkerung ja auch deutlich (sicherheits)relevanter ...
Es spricht nichts gegen eine objektive und ausgewogene Berichterstattung. Wenn man aber einen Bagatellschaden, den ein Robo verursacht hat wochenlang in den Medien breit schlägt, hat das wohl nichts mehr mit seriösem Journalismus zu tun sondern mit Quotenhascherei.
 
... Assistenten zu tun und der Ablehnung eines sehr grossen Teils der Bevölkerung, sie zu benutzen.
Gemäss einer Studie der Allianz halten sich Befürworter und Gegner in etwa die Waage. Was die Untersuchungen auch zeigen ist das grosse Demografische Gefälle. Die Gen Y und Z ist der modernen Technik gegenüber sehr aufgeschlossen. Und bereits bei der Gen Alpha werden in wenigen Jahren die Assis im Auto beim Kaufentscheid eine entscheidende Rolle spielen.
 
das kommt ganz darauf an, ob der zwangsinstallierte Helfer die gleiche Vorstellung von "richtige Reaktion" hat. Kann sein, dass er sonst ein wenig übergriffig wird.
Jetzt hör doch endlich mit dem Gewaltausdruck "übergriffig" auf und beschäftige dich zuerst mal mit der Bedeutung dieses Wortes.
 
Das heißt es wär am besten wir lassen alles so wie es ist, weil früher war es auch okay und es wird schon passen? Oder was wär deine Lösung für den technischen Fortschritt? Stehen bleiben?

wieder so ein Extrem: keiner hat was von bewusster Stagnation gesagt, das legst du ihm gerade bewusst in den Mund. Technischer Fortschritt, was bedeutet das eigentlich im Einzelnen? Das Voranschreiten von Techniken. Das kann positive wie negative Produkte und Effekte sowie zahlreiche Sackgassen hervorbringen. Ist also eine Perspektivfrage. Ich selbst baue da den tatsächlichen Nutzen für die Bevölkerung mit ein. Aber auch Schäden für diese, wenn sie durch Fehlentwicklungen entstehen, die negative soziale Konsequenzen beinhalten.

Also: Fortschritt ja, aber mit Bedacht und Reife, nicht wild drauflos mit viel Hoffnung und SF-Flausen im Hirn. Und nicht ausschliesslich auf Schnelligkeit und Renditen basierend, denn das ergibt immer anfällige "Spar"versionen. Zuviel Sparen gehört gerade im Sicherheitsbereich zu den Optionen, die wir uns dort am allerwenigsten leisten können.

Für mich klingt das nämlich alles nach küchenpsycholgischem, moralischen Highground, gepaart mit der Meta-Aussage: „Da es ja eh alles nicht ausgereift ist, warten wir einfach bis andere Länder die Technik standfest entwickelt haben und kaufen sie uns dann einfach teuer ein“.

bei denen ist es doch nicht viel anders, die kämpfen wie alle anderen mit dem grundsätzlichen Fehlschluss, prinzipiell eher chaotische Umweltbedingungen unbedingt in sauber strukturierte Algorithmen abbilden zu wollen. Müssen wir das jetzt der Höflichkeit halber auch mitmachen?

Und es ist auch nur deine Interpretation, denn mit Moral hat das allenfalls am Rande tun. Ausser in dem Zusammenhang, dass man Kunden generell nicht als Versuchskarnickel benutzen sollte, das ist irgendwie ... unanständig? Ok, das wäre ein Euphemismus.

Wir könnten es aber auch selbst sicher auf den Markt bringen, ohne wohlwollend die üblichen Kollateralschäden inkauf zu nehmen. Also gleich ein gutes Qualitätsprodukt entwickeln (auch wenn es etwas länger dauert und mehr kostet), soforn es konzeptionell überhaupt machbar ist, und nicht halbgaren Scheiss auf die Menschheit loslassen wie all die anderen auch.

Das war es doch mal, was "made in germany" bedeutet hat, oder? Davon zehren wir heute noch. Aber nicht ewig, wenn wir uns dem schnellebigen, globalen Marktgeschehen weiter zu sehr anpassen. Wenn wir wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen wollen, benötigen vor allem anderen gefragte eigene Spezialitäten, nicht haargenau den selben Produktbrei wie alle anderen, weil wir einen solchen globalen Preisdumping-Verschleisskampf aufgrund unserer kapitalintensiveren inländischen wirtschaftlichen Infrastruktur gar nicht überleben können.
 
dass das jetzt leider doch nicht so einfach und toll war wie erhofft, sorry, haben uns geirrt, viel Geld verbraten, aber hey, wir haben es schliesslich "gut gemeint".
Sehr viele Entwicklungen basieren genau auf dem Prinzip von try-and-error. In der Pharmaentwicklung ist einer von 100 Ansätzen letztendlich erfolgreich. Nur wer bereit ist, 99x zu scheitern, wird 1x mit Erfolg belohnt. Wer hingegen das Risiko scheut, wird nie gewinnen.
 
Jetzt hör doch endlich mit dem Gewaltausdruck "übergriffig" auf und beschäftige dich zuerst mal mit der Bedeutung dieses Wortes.
das gefällt dir nicht, hm? :)

Aber der Begriff ist durchaus angemessen, wenn jemand oder etwas in deinen Fahrverhalten physisch-manuell eingreifen kann - und das in gewissen Situationen, die es selbst beurteilt und auswertet, auch tut.

Wie willst du es denn sonst nennen? "Wohlwollend ohne deine Einwilligung die Kontrolle übernehmend"?
 
Sehr viele Entwicklungen basieren genau auf dem Prinzip von try-and-error. In der Pharmaentwicklung ist einer von 100 Ansätzen letztendlich erfolgreich. Nur wer bereit ist, 99x zu scheitern, wird mit dem Erfolg belohnt. Wer hingegen das Risiko scheut, wird nie gewinnen.
in der Pharmabranche ist es sogar noch viel extremer. Die wissen nur ganz selten, warum ein Medikament wirkt, sondern nur, dass es das in bestimmten Fällen tut. Wir wissen auch bis heute nicht, was zB im Detail im Körper bei Anästhesie abläuft, sondern nur, wie wir sie am besten dosieren und herbeiführen. Mit enorm vielen anderen Medis verhält es sich ganz genauso, das sind eher selten bewusst designte Wirkstoffe, die genau das machen, was sie lt Plan sollen.

Gehen basiert übrigens auch darauf. Das Kleinkind versucht es so lange, bis es funktioniert.

Aber kann (und sollte) man das tatsächlich auf sowas wie Zwangsassistenz im Auto übertragen? Kann man das überhaupt plausibel?
 
Gemäss einer Studie der Allianz halten sich Befürworter und Gegner in etwa die Waage. Was die Untersuchungen auch zeigen ist das grosse Demografische Gefälle. Die Gen Y und Z ist der modernen Technik gegenüber sehr aufgeschlossen. Und bereits bei der Gen Alpha werden in wenigen Jahren die Assis im Auto beim Kaufentscheid eine entscheidende Rolle spielen.
berücksichtigt die Studie auch die jeweilige Auswahl oder wurde nur nach pauschal Assi y/n gefragt? Es wär schon interessant, welche Assis mehr oder weniger attraktiv erscheinen und welche eventuell komplett abgelehnt werden.

Man muss bei Befragungen auch sehr darauf achten, dass man Interviews bzw Frageformulierungen wirklich neutral gestaltet und keine Erwartungshaltungen einbaut. Beispiel: wenn heute Leute direkt befragt werden, ob sie einen E-Auto-Kauf in Erwägung ziehen, werden viel mehr mit "ja" antworten als es tatsächlich planen und tun werden - schlicht, weil es derzeit so erwartet wird, und man negative Kollisionen vermeiden will. Werden statistische Argumente eingeflochten, ist auf die Interpretation der Zahlen zu achten. Auch die Motivation der Auftraggeber ist von Bedeutung, denn angemessen aufwändige Studien kosten zT richtig viel Geld. Also einfach nur "x hat eine Studie mit folgendem Ergebnis herausgegeben" und sie sich als "Wahrheit" argumentativ zueigen zu machen, heisst nur, dass man es sich (zu) einfach gemacht hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie willst du es denn sonst nennen? "Wohlwollend ohne deine Einwilligung die Kontrolle übernehmend"?
Beim Spurhalteassi ist es ein Hinweis durch sanftes Gegenlenken, den man locker ohne grossen Kraftaufwand überblenden kann.
Beim NBA ist die Übernahme der Kontrolle zumindest für mich hoch willkommen, weil der NBA in manchen Situationen aufmerksamer ist als ich und erst noch schneller reagieren kann.
Tempomat und Schildererkennung kann ich jederzeit mit einem sanften Druck aufs Brems- oder Gaspedal überblenden.
Und vom Aufmerksamkeitsassi erwarte ich sogar, dass er eingreift und mich bei drohendem Sekundenschlaf "wachrüttelt".

Übergriffig wäre es, wenn jemand oder etwas meine persönlichen physischen oder psychischen Grenzen der die Intimsphäre überschreitet. Bei den Assis ist das für mein Empfinden nicht gegeben, im Gegenteil. Ich erachte die Assis als meine Freunde und Helfer.
 
Das war es doch mal, was "made in germany" bedeutet hat, oder? Davon zehren wir heute noch.
Nein. Der Ursprung dieses Brandings war ein Label, um deutsche Produkte besser boykottieren zu können. Hat sich dann nur gedreht weil die Produkte halt doch gut waren. Wo zehren wir da großartig davon, außer als Relikt besserer Zeiten? Wir rücken (innovationsmäßig) jedes Jahr weiter in die Irrelevanz.

Kann man schon so machen, darf man sich dann halt aber auch nicht über die Folgen beschweren. ¯\_(ツ)_/¯
 
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