Vielleicht noch einmal zur
Klarstellung, weil momentan verständlicherweise viel Frust über den Duster aufkommt:
Ich selbst habe meinen defekten
TCe 130 4x4 bei meinem Händler in Zahlung gegeben und einen neuen
G150 4x4 bestellt.
Warum trotz der ganzen Geschichte wieder ein Duster? Ganz einfach:
Weil mich der Duster als Auto nach wie vor überzeugt. Mir gefällt das Konzept, mir gefällt das Design und für meine Zwecke passt das Fahrzeug einfach sehr gut.
Natürlich hatte ich gerade am Anfang auch einige Softwareprobleme. Aber ich hatte einen der ersten Duster III und mir war durchaus bewusst, dass man bei einem völlig neuen Modell ein Stück weit auch „Beta-Tester“ ist. Vieles davon wurde nach und nach verbessert.
Auch mit meiner Werkstatt bzw. meinem Händler bin ich zufrieden. Und genau deshalb finde ich es wichtig, hier zu unterscheiden:
Die Werkstätten können keine Ersatzteile einbauen, die sie von Dacia nicht bekommen. Wenn ein Fahrzeug wochenlang steht, weil Teile nicht lieferbar sind, kann ich dafür nicht einfach der Werkstatt die Schuld geben.
Womit ich mittlerweile deutlich weniger zufrieden bin, ist der Umgang von
Dacia selbst mit der jetzigen Situation.
Wir haben inzwischen mehrere Fälle mit Kühlmittelverlust, Turboladerschäden und teilweise weiteren betroffenen Komponenten. Fahrzeuge stehen wochenlang, Ersatzteile fehlen und gleichzeitig ist die Ersatzmobilität für die Betroffenen nur sehr begrenzt. Genau da muss meiner Meinung nach etwas passieren.
Ich kann deshalb jeden verstehen, der momentan sagt, er sei von seinem Duster enttäuscht. Für mich persönlich liegt das Problem aber weniger beim Duster als Fahrzeug, sondern vielmehr darin,
wie Dacia mit einem offenbar gehäuft auftretenden Problem und den davon betroffenen Kunden umgeht.
Und genau deshalb halte ich die Meldungen beim
Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) für so wichtig. Nicht um Dacia „eins auszuwischen“ oder jemanden zu etwas zu zwingen, sondern um Dacia endlich zu einem angemessenen Handeln zu bewegen.
Wenn das KBA aufgrund einer entsprechenden Zahl von Meldungen zu dem Ergebnis kommen sollte, dass hier ein sicherheitsrelevantes Problem vorliegt und weitere Maßnahmen notwendig sind, könnte daraus möglicherweise auch ein offizieller Rückruf entstehen. Dann müsste das Problem systematisch angegangen werden, statt erst zu reagieren, wenn das einzelne Fahrzeug bereits mit Kühlmittelverlust oder einem Folgeschaden liegen geblieben ist.
Das wäre letztlich auch
im Interesse von Dacia. Ein vernünftiger Umgang mit einem bekannten Problem, ausreichende Ersatzteilversorgung, vorbeugende Kontrollen und eine angemessene Mobilitätslösung für betroffene Kunden würden viel dazu beitragen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
Denn noch einmal:
Ich halte den Duster grundsätzlich für ein gutes Auto – sonst hätte ich mir nicht wieder einen bestellt. Aber zu einem guten Auto gehört für mich auch ein Hersteller, der Verantwortung übernimmt, wenn etwas schiefläuft.
Deshalb sollten Betroffene ihren Fall beim KBA melden. Je mehr konkrete Fälle dort bekannt werden, desto eher kann geprüft werden, ob weiterer Handlungsbedarf besteht.
KBA-Meldeseite:
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