Solange der Wagen problemlos anspringt, braucht man keine Batterie zu wechseln, egal was das BMS meint und im Display angezeigt wird.
viele ohne tiefere Technikkenntnisse (also grob geschätzt >75% aller Normalbürger) werden es aber trotzdem tun, nur um sicherzugehen, denn so eine Meldung erzeugt nachhaltig die Angst, in nächster Zeit irgendwo hängenzubleiben. Die Situation, dass der Wagen nicht anspringt, wenn man ihn braucht (und das tut man idR, wenn man sich reinsetzt), will man gar nicht erst erleben müssen. Auch die meisten Werkstätten werden sich das Zusatzgeschäft nicht entgehen lassen. Die Fehlermeldung ist in der Tat Gold wert, nahezu alle Automarken sind betroffen, und das weltweit. Das ergibt in der Summe eine gewaltige Menge. Ich denke nicht mal, dass das BMS unbedingt lügen muss, aber wenn es nicht mehr-als laden darf, ergeben sich über kurz oder länger immer wieder mal energiekritische Auffälligkeiten und Niedrigstände, die es dann halt meldet.
Chemisch-physikalisch möchte der Bleiakku am liebsten zu 100% geladen sein (unrealistisch, ich weiss), um seine maximale Haltbarkeit erreichen zu können. Beim Lithium-Akku wären 60-80% eher standzeitverlängernd, beim Bleiakku wirkt sie standzeitverkürzend, zumal es da öfter mal in den halbroten Bereich (und darunter) geht, gezielt Grenzwerttoleranzen von Vliesakkus (AGM und Varianten) strapaziert werden und dies die Kapazität schneller herabsetzt als beim vorigen System. Also insgesamt deutlich mehr Akkutausch, und auch mehr Liegenbleiben und Abschleppen - die Starterbatterie steht in den Pannenstatistiken ganz weit mit oben, interessanterweise auch bei etlichen E-Autos, deren BMS ebenfalls so gestaltet wurde, dass diese primär durch Rekuperation geladen und absichtlich nie voll wird, um irgendwelchen grenzwertig absurden Öko-Normen zu entsprechen.
Geht wohl wieder mal weniger tatsächlich um die Umwelt, sondern um politisch-ideologische Statements, die gekonnt mit "Geschäftstüchtigkeit" gekoppelt werden.