Frage zu den Wartungskosten

Grüezi in die Schweiz,

ich habs mal zusammengefasst.
Deine theoretische BWL-Kalkulation klingt im ersten Moment logisch, geht aber an der harten Realität im Handwerk und speziell in diesem Fall komplett vorbei. Als Handwerksmeister kenne ich die kalkulatorischen Grundsätze sehr genau – und genau deshalb hinkt dein Vergleich mit Äpfeln und Birnen gewaltig.
Hier sind die handfesten Praxis-Fakten, warum deine Rechnung nicht aufgeht:
  1. Auslastung statt Leerlauf: Du argumentierst mit unproduktivem Leerlauf. Wenn Kunden jedoch 4 Wochen auf einen Werkstatttermin warten, ist der Betrieb bis unters Dach ausgelastet. Bei einer gesunden Auslastung von 75–85 % verteilen sich die Fixkosten auf eine enorme Masse an Durchlauf. Da muss man keine Existenzängste in eine 5-Minuten-Arbeit hineinkalkulieren.
  2. Der doppelte Admin-Zuschlag: Der administrative Aufwand (Annahme, Abrechnung etc.) wird bereits über die Grundpauschale der Hauptinspektion abgedeckt. Ihn bei jeder kleinen Zusatzposition wie einem Filterwechsel nochmals fiktiv oben draufzuschlagen, ist keine Mischkalkulation, sondern eine Doppelverrechnung.
  3. Zuschlagskalkulation vs. Vollkosten-Voodoo: Ein gesunder Handwerksbetrieb kalkuliert über den Deckungsbeitrag. Wenn Vertragswerkstätten jede Minute mit dem gigantischen Wasserkopf (repräsentativer Glaspalast, Neuwagen-Marketing und GF-Tantiemen) belasten, zahlt der Werkstattkunde den Autoverkäufer im Anzug mit. Das hat nichts mit fairer Handwerksarbeit zu tun.
  4. Die Material-Marge wird verschwiegen: Werkstätten kaufen Teile im Großhandel mit Rabattgruppen von teilweise 30 % bis über 50 % unter Listenpreis ein. Sie verdienen also schon massiv am Material. Wer dann beim Arbeitslohn zusätzlich Mondpreise aufruft, betreibt Gewinnmaximierung, keine Risikoabsicherung.
  5. Zeitmessung ist kein REFA-Standard: In der Werkstatt steht kein REFA-Prüfer mit der Stoppuhr. Da tippt ein Serviceberater Positionen in ein Software-Tool ein. Wo Menschen tippen, passieren Fehler (z.B. falsche Kombi-Pakete ausgewählt). Das ist dann kein „Rattenschwanz an Admin“, sondern schlicht ein Eingabefehler zu Lasten des Kunden.
Man muss den Kunden nicht für dumm verkaufen – jeder weiß, dass ein Betrieb Geld verdienen muss und unproduktive Zeiten (oder die bezahlte Rauchpause) irgendwie aufgefangen werden. Aber das Unternehmerrisiko komplett auf den Kunden abzuwälzen, ist unprofessionell.
Der beste Beweis, dass diese Rechnung eben nicht in sich schlüssig war: Dacia Deutschland hat den Fall bereits geprüft und mich direkt aufgefordert, einen Kulanzantrag zu stellen. Wenn selbst der Hersteller so schnell einlenkt, weiß er ganz genau, dass seine Vertragswerkstatt den Bogen hier massiv überspannt hat.


 
Und noch ein Wort zu dem Vorwurf, das sei „Geiz ist geil“ oder es ginge darum, ob man sich das leisten kann:
Als Handwerksmeister unterstütze ich das Prinzip „Leben und leben lassen“ voll und ganz. Gute Arbeit verdient gutes Geld, und ich bezahle Fachkompetenz und Qualität jederzeit gerne angemessen.
Hier geht es aber nicht um Geiz, sondern um kaufmännische Anständigkeit. Nur weil jemand gut verdient oder das Geld hat, ist das kein Freibrief für eine Werkstatt, Mondpreise zu würfeln oder unschlüssige Rechnungen zu schreiben. Wohlstand schützt vor Übervorteilung nicht – und handwerkliche Ehre bedeutet, dass die Leistung im Verhältnis zum Preis stehen muss. Wer Abzockerei mit „du hast doch genug Geld“ rechtfertigt, hat das Prinzip von fairem Handwerk schlichtweg nicht verstanden.


 
@J151

Ich gebe dir zu 100% Recht.
Was aber nicht nur Dacia so macht. Mittlerweile ist es echt heftig geworden. Inspektion für ein Kleinwagen über 1000€ ist absurd.

Der Betrieb in dem meiner Frau Arbeitet hat noch die alte Abrechnungs Regel.

Inspektion 12AW= 105€ alle Arbeiten am Auto.
Ölwechsel mit Filter, Wechsel Zündkerzen, Wechsel Innenraum, Wechsel des Luftfilter, Fahrzeug Durchsicht ...
Es kommen nur noch die Materialien darauf
4 Liter Öle, alle Filter, ...... Hier kommt eine Ersparnis von 350 bis 500€ zusammen.
Das sind Kundenpreise.

Deshalb haben wir ein großen Bogen um Dacia gemacht.

Und Garantie Arbeit hat Dacia trotzdem durchgeführt.

Off topic:
Wir bekommen wie jeder Angestellte andere Preise mit (TÜV 180€) ca 500€ und weniger. Aber das hat hier nix zu suchen.
 
Hey, ist die Gas-Untersuchung jedes Jahr fällig?
Sollte ich den Service mit dem G 120 bei Dacia machen lassen?
 
Aber das Unternehmerrisiko komplett auf den Kunden abzuwälzen, ist unprofessionell.
Ich habe nicht gesagt, dass das unternehmerische Risiko auf den Kunden abgewälzt werden soll, sondern dass jemand der bereit ist, dieses Risiko zu tragen, auch viel besser entlöhnt werden soll als ein Angestellter, der kein Risiko trägt. Wenn man an zentraler, teurer Lage in städtischen Gebieten einen grossen Service seriös, gewissenhaft und mit der notwendigen Sorgfalt durchführen will, dann bleibt unter dem Strich bestimmt zu wenig übrig, wenn man das für 300 - 400 Euro (Arbeit inkl. Material) anbietet.

Der beste Beweis, dass diese Rechnung eben nicht in sich schlüssig war: Dacia Deutschland hat den Fall bereits geprüft und mich direkt aufgefordert, einen Kulanzantrag zu stellen. Wenn selbst der Hersteller so schnell einlenkt, weiß er ganz genau, dass seine Vertragswerkstatt den Bogen hier massiv überspannt hat.

Es geht nicht spezifisch um diesen einen Fall sondern generell darum, dass hier und seit Jahren auch im alten Forum den Werkstätten Wucher vorgeworfen wird, sobald ein grosser Service die Grenze von 400 - 500 Euro übersteigt und immer wieder die abstrusesten Hochrechnungen gemacht werden, wonach die Werkstäten an ihren Kunden Netto mehrere hundert Euro pro verrechneter Arbeitsstunde verdienen würden. Und das in völliger Unkenntnis, wie hoch die gesamten Kosten für einen solchen Betrieb tatsächlich sind.
 
Hey, ist die Gas-Untersuchung jedes Jahr fällig?
Sollte ich den Service mit dem G 120 bei Dacia machen lassen?
Nein, immer beim TÜV oder wenn an der Anlage gearbeitet würde. (Filterwechsel) Die Dichtigkeitsüberprüfung ist 1 Monat gültig.

Wenn du im Mai neue Filter bekommst aber erst im Juni zum TÜV must kannst du sie nutzen
 
Deshalb haben wir ein großen Bogen um Dacia gemacht.

Und Garantie Arbeit hat Dacia trotzdem durchgeführt.
Hast Du Informationen dazu, ob das Duchführen der Wartungen bei freien Werkstätten Einfluss auf die 7-Jahres-Garantie von Dacia hat? Ich gehe davon aus, dass die genannten Garantiearbeiten innerhalb der 3-Jahres-Garantie erfolgten?
 
Ich kenne nur solche, die zumindest den Kunden die dort das Fahrzeug gekauft haben, eine Rechnung per Post oder Mail zusenden und man dann 10 oder 30 Tage Zahlungsfrist hat.
Bei allen Marken die ich gefahren habe,gab es erst den Schlüssel vom Auto wieder,wenn die Kohlen über den Tresen gegangen sind,ds ging nix mit Rechnung.
 
Bei allen Marken die ich gefahren habe,gab es erst den Schlüssel vom Auto wieder,wenn die Kohlen über den Tresen gegangen sind,ds ging nix mit Rechnung.
Da habe ich ja anscheinend richtig GLÜCK, bin das erste mal mit einem Fahrzeug vom Fähnchenhändler in die Werkstatt.
Ölwechsel und Dieselfilter wechsel, habe dort einen Leihwagen GRATIS bekommen.
Als ich bei der Abholung zahlen wollte, sagte man mir das eine Rechnung geschrieben wird.
Ca. 14 Tage später dann das Geld überwiesen.
 
Hast Du Informationen dazu, ob das Duchführen der Wartungen bei freien Werkstätten Einfluss auf die 7-Jahres-Garantie von Dacia hat? Ich gehe davon aus, dass die genannten Garantiearbeiten innerhalb der 3-Jahres-Garantie erfolgten?

Bei der 3 jährige Garantie darf man "theoretisch" in einer freien Werkstatt seine Inspektionen machen, wenn diese nach Herstellervorgaben arbeitet.

D.h. es müssen die richtigen Wartungslisten genutzt werden. Und richtig heißt hier identisch nicht nur "so ähnlich" und das ganze bitte nachweisbar und Teile wie Öl und so ebenfalls nach Herstellerspezifikation und das ganze auch fristgerecht und mit sauberer Dokumentation im Servicebuch und bitte die Updates nicht vergessen.

Im Zweifelsfall sind die Ansprüche dann doch weg.

Die 7jährige Treuegarantie gibt es hingegen nur beim Dacia Vertragspartner und auch da nur bei den Betrieben die daran teilnehmen.
 
Die Material-Marge wird verschwiegen
Selbst ich als kleiner Kunde bekomme bei meinem Teilehändler 20 bis 30% Rabatt auf Ersatzteile. Wobei ich auf "Erstausrüsterqualität" verzichte. Denn Erstausrüster isr der welcher dem Autohersteller die besten Konditionen, günstige Preise, bietet.
 
@Jogg
„Du wirfst mir ‚Unkenntnis‘ vor, übersiehst dabei aber völlig, dass ich als Handwerksmeister diese Kalkulationen tagtäglich selbst kalkuliere.
Niemand fordert hier einen großen Service inklusive Material für 300 Euro in bester Innenstadtlage. Dein Argument geht komplett am Kern vorbei, weil du den konkreten Einzelfall auf eine allgemeine Jammer-Debatte über Werkstattkosten lenkst.

Fakt ist: Wenn die administrativen Kosten der Auftragsabwicklung bereits in der Hauptpauschale der Inspektion stecken, darf für das reine Stecken eines Filters – ein Zusatzaufwand von 2 Minuten – nicht noch einmal ein fiktiver Admin-Wasserkopf aufgeschlagen werden.

Das ist keine Mischkalkulation, das ist eine Doppelverrechnung oder ein Eingabefehler im System zu Lasten des Kunden.
Dass Dacia Deutschland hier sofort einlenkt, zeigt doch am besten, dass selbst der Hersteller den Unterschied zwischen kalkulatorischer Notwendigkeit und dem Überspannen des Bogens im Einzelfall versteht. Es geht hier nicht um Foren-Frust oder ‚Werkstatt-Bashing‘, sondern schlicht um saubere, kaufmännische Handwerksehre.“
 
@ jogg
Zu dem Vergleich mit den Schweizer Preisen:

Zudem ist dein Schweiz-Vergleich volkswirtschaftlicher Unfug. Das dortige Lohn-, Preis- und Kaufkraftniveau mit der BRD gleichzusetzen, entbehrt jeder Realität. Während das deutsche Handwerk am Fachkräftemangel blutet, bedienen sich Schweizer Betriebe dank massiver Gehaltsgefälle schlicht am fertigen Personal aus dem Ausland. Wer diese Märkte in einen Topf wirft, betreibt kalkulatorische Augenwischerei, um Mondpreise schönzureden.
Nur weil du bereit bist, jede ausgewürfelte Rechnung blind abzunicken, wird eine handwerklich falsche Doppelabrechnung nicht plötzlich zu seriöser Betriebswirtschaft. Dein Argument geht meilenweit am Kern vorbei, weil du versucht, eine handfeste Fehlkalkulation im Einzelfall hinter einer allgemeinen Jammer-Debatte zu verstecken.“
 
Ich kann mir wirklich auch nicht so ganz vorstellen, das Dacia durchweg Werkstattpreise vom Mond verlangt. Aus einem einfachen Grund: das ist Markenkern. Man positioniert sich ja bewusst als Preisbrecher für Leute die einfach nur Auto fahren wollen. Schwarze Schafe gibt es natürlich, wie hier im Faden zu lesen. Aber es ist das Internet, Negatives wird hier immer überbetont.

Natürlich könnte man dann eine Arschlochnummer machen und sagen "Ätsch, dafür zahlt ihr beim Service dicke drauf". Aber zu was führt das? Diese kunden kaufen dann keinen Dacia mehr. Ein sehr kurzfristiger Gedanke.

Und ich denke mal viele hier hatten vor Dacia auch andere Automarken und sind zu Dacia gewechselt. Das heißt Dacia weiß das Dacia Kunden grundsätzlich wechselwillig und markenflexibel sind. Eine Geschäftsentscheidung nach dem Motto "beim service pressen wir die Kunden aus", würde mittelfristig Dacia enormen schaden zufügen.

Viel mehr als beispielsweise VW schaden würde. Denn VW kaufen viele Leute aus überzeugung.
 
Während das deutsche Handwerk am Fachkräftemangel blutet
Etwas das wenig nachvollziehbar ist. Dieses Jahr haben wir gegenüber 2025 in D eine runde viertelmillion Arbeitslose aus Industrie und Bau. Da sollten doch wohl Fachkräfte drunter sein aus den Industrie- und pleitegegangenen Handwerksbetrieben.
 
Hast Du Informationen dazu, ob das Duchführen der Wartungen bei freien Werkstätten Einfluss auf die 7-Jahres-Garantie von Dacia hat? Ich gehe davon aus, dass die genannten Garantiearbeiten innerhalb der 3-Jahres-Garantie erfolgten?
Ich habe eine Garantie Verlängerung gekauft mit dem Auto zusammen auf insgesamt 6 Jahre.

Die Garantie arbeiten würde nach 3 Jahren getätigt ohne Probleme. Wie es mit den 7 Jahren jetzt ist kann ich nicht sagen. Hier würde ich den Dacia Kundendienst befragen. Wichtig Schriftlich weil sagen kann man viel.

Garantie arbeiten:
Neues Media Nav
2x Neue Fenster Gummis vorne (1x nach 3 Jahren)
Neue Fensterführung (nach 3 Jahren)
 
Hier mal was zum Thema Inspektion und Ölwechsel.
Bei jeder Innung in Deutschland einzusehen:

Darf die Arbeitszeit für den Ölwechsel doppelt abgerechnet werden?

Nein, auf gar keinen Fall. Wenn eine Werkstatt das tut, handelt es sich um eine unzulässige Doppelabrechnung. Es gibt hier zwei Szenarien, wie Werkstätten das fälschlicherweise auf die Rechnung setzen:

Der Ölwechsel steht extra, obwohl er Teil der Inspektion ist
Bei vielen Herstellern ist der Ölwechsel fest in den Arbeitswerten (AW) für die Inspektion einkalkuliert.

So ist es richtig: Auf der Rechnung steht ein Pauschalposten wie "Inspektion nach Herstellervorgabe durchgeführt" (z. B. 12 AW). Die Arbeitszeit für das Ablassen des Öls und den Filtertausch ist darin schon enthalten. Sie zahlen extra nur das Material (Öl und Filter).

So ist es falsch (Abzocke): Die Werkstatt berechnet die Pauschale für die Inspektion und führt weiter unten noch einmal den Posten "Motorölwechsel durchgeführt: 5 AW" als reine Arbeitszeit auf. Damit bezahlen Sie die Arbeitszeit doppelt.

Mein Rat für Ihre Rechnung:
Schauen Sie sich die Rechnung genau an. Suchen Sie nach Begriffen wie "Service", "Inspektion" oder "Wartung" und prüfen Sie, ob darunter noch einmal extra "Ölwechsel (Arbeitszeit)" steht. Wenn ja, konfrontieren Sie die Werkstatt mit dem Hinweis, dass der Ölwechsel integraler Bestandteil des Wartungsumfangs ist und die Arbeitszeit dafür nicht doppelt berechnet werden darf

Genau so ist es beim Innenraumfilter, Luftfilter
Selbst bei den Zündkerzen.

Der Wartungsplan ist einfach falsch aufgebaut bei Dacia/ Renault. Wie soll es auch anders sein zu gunsten des Unternehmens.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zur Ergänzung eine A Wartung oder B Wartung dauert keine 72 Minuten= 12 AW.
Hier ist man schnell in 15 bis 20 Minuten durch.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Schrauber74

Alles zusammen kommen je nach dem obs A oder B ist zusammen:

A = 75 Minuten
B = 105 Minuten

Von Dialogannahme bis Probefahrt.

Liege ich da richtig?
 
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