Dacia Duster 3 Batterie extrem schnell leer - normal?

Dein Modell der Duster 3
Fakt ist nunmal daß die Batterie prozentual der häufgste Pannengrund geworden ist. Dies im Gegensatz zu früheren Zeiten ohne die rigorosen und nur teilweise nachvollziehbaren "Umweltvorschriften".
Es stellt sich auch die Frage ob der Aufwand der Produktion einer neuen Batterie plus Pannenhelfer- und Werkstatteinsatz sowie das Recycling der alten Batterie nicht mehr Umweltschäden verursacht als das Fahren ohne Batteriemanagement.
yep, du bringst es sehr einfach auf den Punkt.

Die Batterie muss ja nicht nur produziert werden. Es müssen auch mehr recycelt werden, dh mehr Batterien müssen gesammelt, in die entsprechenden Werke transportiert und die Rohstoffe wieder an die Fertigungszentren transportiert werden - bei dem Gewicht von Blei ist das schon eine Hausnummer. Überall ein Mehr an Transport, Lagerung und Energieeinsatz. Dazu sehr viele (unnötig zusätzliche) LKW-Einsätze für Pannen- und Abschleppeinsätze. Wer will einem da plausibel darlegen, dass man damit CO2 sparen kann?

Dazu kommt, dass gerade die Vertragswerkstätten gewaltig übertrapaziert werden, im Grunde oft für Nichtigkeiten, nicht selten, ohne dass etwas verwertbares dabei herauskommt - durch den Stau bekommt man auch öfter mal einen Korb bzw einen Termin in beträchtlicher Ferne (nächster Monat und später). Ich bin jetzt schon 2mal hängengeblieben, beide Male dürfte es irgendwas mit der Updatefunktion zu tun gehabt haben. Das FOTA-Update selbst war sauber und nachdem es vollzogen war, lief er wieder problemlos. Werkstattaussage: schulterzuckend "wir wissen, da war was, aber am nächsten Tag morgens, als wir anfangen wollten, war der Fehlerspeicher leer - fahren Sie einfach weiter". Solange man noch Garantie hat, war es (fast) nur Zeitverschwendung, ansonsten fliesst wohl auch etwas Geld.

Ein BMS finde ich grundsätzlich nicht schlecht. Nur über dessen Programmierung gehen die Meinungen auch in Fachkreisen zT sehr stark auseinander. Es ist inzwischen einfach zuviel politisch-ideologischer Schnellschusskram statt technisch, auch soziologisch-psychologisch durchdachte ergonomische Lösungen eingebaut. Der Fahrer wird zur Nebensache und zu sowas wie einem dressierten Geldscheisser-Äffchen, das ständig von Programmteilen erzogen zu werden hat, damit er auch richtig funktionert, so wie man sich das (moralisch / ideologisch / wirtschaftlich) in speziellen Nicht-Fachkreisen vorstellt.

Wirklich: ich liebe meinen D3, er gefällt mir wirklich super, an der Hardware hab ich kaum was zu bemängeln. Aber die Software könnte ich täglich zweimal an die Wand klatschen. Das fängt schon beim Einsteigen an, wenn ich lautstark mit "DUM-DUMMMMM" begrüsst werde, nur um einen Augenblick später (gerade, dass ich auf dem Sitz Platz genommen habe und nach dem Gurt greifen will) im Display zu erfahren, dass er sich jetzt aus Energiespargründen runterfahren wird. Dann hat man ein paar Sekunden Zeit, um auf das Display zu tatschen, erst dann lässt er von seinem Vorhaben ab, sonst würgt er gnadenlos den Radio ab und schaltet das Display aus.

Sowas soll "normal" sein? Sowas soll der Kunde gut / positiv finden? Das ist nicht mal ansatzweise durchdacht. Selbst ein Viertklässler hätte so einen Unfug nicht verbrochen.
 
Wenn der Normalkunde nicht weiss, dass solche Meldungen "normal" sind, ist er selbstverständlich beunruhigt (und das ist tatsächlich "normal"). Letztlich können sie ja auch nicht unterschieden, wann es tatsächlich kurz vor 12 ist und wann nicht. Plötzlich irgendwo auf dem Weg liegenzubleiben ist vielen bereits (aus unterschiedlichen Gründen) mal passiert und durchaus eine grössere Hausnummer, und nicht aus dem Haus zu kommen, den Pannendienst einschalten und das Auto ggf abschleppen lassen zu müssen, ebenfalls.
Mit dieser Angst spielen die Werkstätten leider seit Jahrzehnten. Ich kann mich kaum noch an ein Service erinnern (ausser das Fahrzeug war erst 1 oder 2 Jahre alt), wo mir nicht vorgeschlagen wurde, die Batterie zu wechseln. In einem Fall wurde das sogar ungefragt getan und ich musste darauf bestehen, wieder die alte einzubauen.

richtig. Aber was sagt das über die aus, die solche Massnahmen befürworten und einführen?
Ich befürworte Massnahmen, welche den Energieverbrauch senken (auch wenn es nur wenig ist) und sicher nicht Elektronik, welche zu sensibel ist und dadurch unnötige Fehlalarme produziert.
 
Bei dem ganzen Umweltgedöns wird eh nur Unsinn produziert.
Ein OT-Unsinn: Bei der großen Hitzewelle mit sehr viel Sonne bezahlten wir viel Geld damit uns die EU-Nachbarn den überschüssigen Srom abnahmen. Nach Sonnenuntergang liefen jedoch in D noch so viele Klimageräte daß wir von den Nachbarn jede Menge Strom einkaufen mußten. Da fragt man sich wer da verrückt ist, die oder ich?
 
Fakt ist nunmal daß die Batterie prozentual der häufgste Pannengrund geworden ist.
Richtig, aber nur, weil es nahezu keine andern Pannenfälle mehr gibt:

Zu Beginn der Erfassung (1978) registrierte der ADAC im Schnitt noch über 23 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge und Jahr, heute (2024) sind es weniger als 3 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge.

Das widerlegt auch einmal mehr die hier im Forum immer wieder gemachte Äusserung, dass die Autos wegen der "elektronischen Spielereien" immer anfälliger werden, das Gegenteil ist der Fall.
 
Bei dem ganzen Umweltgedöns wird eh nur Unsinn produziert.
Ein OT-Unsinn: Bei der großen Hitzewelle mit sehr viel Sonne bezahlten wir viel Geld damit uns die EU-Nachbarn den überschüssigen Srom abnahmen. Nach Sonnenuntergang liefen jedoch in D noch so viele Klimageräte daß wir von den Nachbarn jede Menge Strom einkaufen mußten. Da fragt man sich wer da verrückt ist, die oder ich?
Das hat nichts mit Umweltgedöns zu tun, sondern mit den (noch) fehlenden Speichermöglichkeiten.
 
Das widerlegt auch einmal mehr die hier im Forum immer wieder gemachte Äusserung, dass die Autos wegen der "elektronischen Spielereien" immer anfälliger werden, das Gegenteil ist der Fall.
Vom ADAC registrierte Pannen und Ärgernisse im Alltag ( wie Neustart oder Herunterfahren vom MediaNav etc. plus plus, um ein Weiterkommen zu ermöglichen) betrachte ich als nicht vergleichbar.
Tatsache ist, dass Automobile in den 70ern weniger anfällig in der Elektronic waren, einfach weil es keine im Vergleich zu heute gab.
 
Richtig, aber nur, weil es nahezu keine andern Pannenfälle mehr gibt:

Zu Beginn der Erfassung (1978) registrierte der ADAC im Schnitt noch über 23 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge und Jahr, heute (2024) sind es weniger als 3 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge.

Das widerlegt auch einmal mehr die hier im Forum immer wieder gemachte Äusserung, dass die Autos wegen der "elektronischen Spielereien" immer anfälliger werden, das Gegenteil ist der Fall.
das widerlegt gar nichts. Denn die elektronischen Spielereien sind in den meisten Fällen nicht relevant, was das eigentlich Fahren angeht, oder schränken es zumindest nicht allzu sehr ein. Anders gesagt: da ruft man nicht den ADAC und lässt das Fahrzeug abschleppen, sondern fährt selbst in die Werkstatt. Folglich wandert es auch nicht in die Pannenstatistik.

Auch können die Pannenhelfer vorort nur noch wenig sagen, weil sie sonst die Kiste auslesen müssten, und dafür haben sie weder das erforderliche Equipment noch das erforderliche Spezialwissen. Recht viel mehr als die Batterie messen ist da nicht mehr drin, und wenn die Spannung eher am Rande ist, hat man wenigstens etwas, das man eintragen (und dem Kunden sagen) kann. Und ab mit der Karre zur nächsten Werkstatt, Auftrag erfüllt. Klar kriegen die keine Rückmeldung von den Werkstätten, was es dann eigentlich war (falls es überhaupt irgendwas war und nicht nur wieder ein zeitlich begrenzter ungünstiger Softwarezustand mit Variablenkollisionen, der sich später wieder gegeben hat), und somit ist die Pannenstatistik auch mit erheblicher Vorsicht zu geniessen. Nur dass sehr oft ziemlich leere Batterien beteiligt sind, dürfte plausibel sein, und die Ursache dafür kennen wir.

Aber frag mal direkt die Werkstätten, mit welchem Software-Scheiss die sich rumärgern müssen, wieviel Zeit das frisst, wie oft sie einfach gar nichts machen können (ausser weitergeben) und wie wenig sie (als Vertragswerkstätten) dafür bekommen. Frag sie nett, sonst schwillt sofort die Halsschlagader und ihr Puls geht in gesundheitlich bedenkliche Höhen. Das wollen wird doch nicht, sonst haben wir bald gar keine fähigen Autodoktoren mehr.

Es sind sehr wohl zum grossen Teil "die ganzen elektronischen Spielereien" stark an dem Gesamtproblemen neuerer Autos beteiligt, besonders, wenn man bedenkt, dass die im Verbund tätig sind oder sein müssen. Die Elektronik ist um einiges umfangreicher geworden, die Autos haben derzeit zwischen 80 und 120 einzelne Steuergeräte (excl Bordcomputer) und werden mit Sensoren gespickt wie Spanferkel, manche haben 13 (!) Airbags (obwohl es D keine Airbag-Pflicht gibt), andere haben 8-12 Kameras, dazu noch Multimediagedöns ohne Ende, permanente Netzanbindung, und mit vielen kann oder muss man auch noch sprechen, ohne zuverlässig verstanden zu werden.

Gegenüber "früher" ungefähr 2000% mehr Elektronik. 5000% mehr Software, ein paar 100 Kontakte (die meistens etwas schwindsüchtig ausgelegt sind und von denen jeder ein Funktionsrisiko sein kann, das man kaum lokalisiseren kann). Gewaltige Komplexität. Software-Fahrer-SozPäds, physisch übergriffige Software und Technik. Wenig Produktreife, kaum optimiert, reift beim Kunden. Na selbstverständlich gibt das immer wieder Trouble. Je mehr, desto mehr und im immer kürzeren Abständen. Nun: wer viel will, kriegt auch viel. Auch von den Problemen damit.

Manchmal ist weniger einfach mehr.
 
Tatsache ist, dass Automobile in den 70ern weniger anfällig in der Elektronic waren, einfach weil es keine im Vergleich zu heute gab.
Es geht um das Gesamtsystem Auto und das ist sehr viel zuverlässiger geworden.

Ich kann mich noch gut an die Ferienfahrten als Kind erinnern. Da gab es alle paar KM an den Alpenpässen Abstellplätze mit Wasser und Nottelefon und die Plätze waren immer sehr gut belegt mit Autos die überhitzt waren oder sonst nicht mehr weiter kamen. Auf der Reise über die Alpenpässe begegnete man auch immer vielen Autos vom Pannendienst im Einsatz.
Und obwohl mein Vater immer bekannte Deutsche Wertarbeit fuhr und nebst dem Service gemäss Herstellervorgabe sogar noch einen Extra-Service vor längeren Reisen durchführen liess, kamen wir nie ohne eine oder mehrere Pannen in Italien am Meer an.

In der Firma hatten wir vor 40 Jahren noch eine eigene Werkstatt zum Unterhalt der Servicefahrzeuge und die war sehr gut ausgelastet. Und obwohl der Pool der Servicefahrzeuge sowie die Kilometerleistung pro Fahrzeug stark gestiegen sind, hat man von die Betriebswerkstatt vor 20 Jahren geschlossen, weil die Serviceintervalle gestiegen und die Pannen und ausserordentlichen Reparaturen gegen Null gesunken sind, obwohl Aussendienstmitarbeiter bekanntlich nicht schonend mit den Autos umgehen.
 
Manchmal ist weniger einfach mehr.
Die Elektronik ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung hin zu immer zuverlässigeren, sichereren und energiesparenderen Autos. Du kannst es drehen und wenden wie du willst, trotz massivem Zuwachs an Autos und gefahrenen Kilometern nehmen Pannen sowie Unfälle mit Personenschaden kontinuierlich ab. Und trotz der Zunahme an Gewicht weil die Leute immer grössere Panzer fahren wollen, konnte der Spritverbrauch dank moderner Technik gesenkt werden.
 
Die Elektronik ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung hin zu immer zuverlässigeren, sichereren und energiesparenderen Autos.
Sicherer unterschreibe ich ja.
Aber zuverlässiger ? - Sicher nicht.
So oft wie die Autos in die Werkstatt müssen, wegen Fehlermeldungen, das gab es früher nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Richtig, früher gab keine Sensoren, Elektronik und Fehlermeldungen, welche rechtzeitig vor grossem Schaden/Folgeschaden gewarnt haben. Dafür gab es Ausfälle bis hin zum Totalschaden am Motor, weil ein anfänglich kleines Problem nicht erkannt wurde. Da ist mir eine frühzeitige Fehlermeldung sehr viel lieber.
 
das BMS Problem ist ja ein allgemeines bei allen Herstellern, nicht nur bei Dacia. Ich hänge ja auch noch in zwei Toyota Foren, da werden die gleichen Probleme beschrieben. Die eigentliche alte Starterbatterie wird ja nur noch zum hochfahren der Systeme benötigt und über den Fahrzeugakku bei Hybrid und PHEV geladen und da beginnt ja das Problem. Das BMS lädt den "Starterakku" nie richtig voll.
Warum wird das von den Herstellern nicht geändert? Es will keiner, Du sollst ja in die Werkstatt um wieder was zu kaufen. Egal ob Service oder Teile. Das Abschleppunternehmen schon dadurch zu fast reinen "Abschleppern" werden, ist normal. Keiner von dehnen kommt ja in die Herstellersoftware. In der Werkstatt dann das nächste Problem, die Fehlersuche, ohne Laptop keine Chance und vom Hersteller wenig Unterstützung. Kostet ja Geld und somit wird das alles auf die Werkstätten abgedrängt, hunderte Anträge/ Ablehnungen/ Teilerstattungen.
Nein, ich möchte heute in keine Kfz Werkstatt schaffen, egal ob als Monteur oder Chef/ Besitzer. Alles wird von Tag zu Tag nur komplizierter und die Händler binden sich schon viel selbst ans Bein, nur um den Kunden zufrieden zu stellen.
Nur ein Beispiel was ziemlich frisch ist. BAW, also Beijing stellt den Händlern keine Farbcodes zur Verfügung. Der Händler soll sich halt kümmern, also muss beim Lacker solange experimentiert werden bis es passt was z.B. bei Mattlacken ein ziemlicher Aufwand sein kann.
Im Endeffekt zahlt das dann der Kunde oder die Versicherung im Fall der Fälle.
 
Richtig, früher gab keine Sensoren, Elektronik und Fehlermeldungen, welche rechtzeitig vor grossem Schaden/Folgeschaden gewarnt haben. Dafür gab es Ausfälle bis hin zum Totalschaden am Motor, weil ein anfänglich kleines Problem nicht erkannt wurde. Da ist mir eine frühzeitige Fehlermeldung sehr viel lieber.
die folgenschweren Schäden gibt es jetzt auch noch, und ein Problem dabei ist, dass die Fehlermeldungen dabei nicht immer so klar sind, wie sie sein sollten. Das erfordert nicht selten zahlreiche (vergebliche) Werkstattbesuche, und sogar mit den Mitteln der Fachwerkstatt sowie Rückfragen an die Hersteller sind Fehlerursachen bei weitem nicht immer bestimmbar, und damit der Fehler schlecht oder gar nicht lokalisierbar und somit eine Beseitigung oft gar nicht möglich. Irgendwann lässt man es halt sein und lebt damit (bei ständigem mulmigen Gefühl) oder verkauft die Kiste, bevor man völlig entnervt ist. Nur was kauft man dann? Oldtimer?

Was du beschreibst ist lediglich ein idealisiertes technisches Ziel, der ua wegen Übertechnisierung und Überkomplexität, die sich v.a. in der Software äussert, in der Realität kaum erreicht wird. Erneuter Rat: wenn du kannst, interviewe unauffällig dir bekannte Mitarbeiter einiger Werkstätten.
 
Die Elektronik ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung hin zu immer zuverlässigeren, sichereren und energiesparenderen Autos.
bis zu einem gewissen Grad: ja. Ab einer gewissen Übertechnisierungs- und Komplexitätsschwelle geht es aber wieder bergab. Sie mögen dann noch energiesparender bleiben (als sie 1978 waren), aber die Zuverlässigkeit geht stark zurück, und die Sicherheit damit ebenfalls. Der Grund dafür liegt auf der Hand: je mehr Sub(sub)systeme (und damit Parameter) sich ins Gehege kommen bzw berücksichtigt, berechnet und gewichtet werden müssen, desto wahrscheinlicher und häufiger werden softwarebedingte Kollisionen und damit steigt neben der Unzuverlässigkeit auch die Wahrscheinlichkeit für Personenschäden wieder. Das hat (wie alles) eine Obergrenze, einen idealen Arbeitspunkt.

Die Dosis macht das Gift (aber auch das Heilmittel). Mit uferloser Übertreibung kommt man nirgends an ein positives Ziel.
Beispiel: die recht penentrante Auslegung der gesetzlich verordneten Zwangsassistenz führt zu Verhaltensänderungen des Fahrers, und das längst nicht immer im Sinne der Verordnung. Zu viele Hinweise und akustische Signale führen zu erhöhter Ablenkung, erhöhen aber auch den Stresspegel bis hin zu Aggressionen, und das beeinflusst das Fahrverhalten mitunter derart negativ, dass die Unfallwahrscheinlichkeit wieder eher steigt als sinkt - und ob ein anderer "Assistent" das dann so kompensieren kann, dass die Gesamtbilanz positiver ist als ohne Zwangsassistenz, ist ebenfalls sehr fraglich.

Also erst den Fahrer multimedial bis hin zum Herzinfarkt piesacken, ihn mit einem Bombardement ungefragter "wichtiger Hinweise" zu disziplinieren und abzulenken, dazu ein bisschen ins Lenkrad und ins Bremssystem eingreifen, um ihn dann - vielleicht - "retten" ... was für ein Konzept. Geil.

Ich freue mich schon auf die Studien in ein paar Jahren.

Du kannst es drehen und wenden wie du willst, trotz massivem Zuwachs an Autos und gefahrenen Kilometern nehmen Pannen sowie Unfälle mit Personenschaden kontinuierlich ab. Und trotz der Zunahme an Gewicht weil die Leute immer grössere Panzer fahren wollen, konnte der Spritverbrauch dank moderner Technik gesenkt werden.
das mag sein - die strikte Kausalität lasse ich jetzt mal dahingestellt, da die Korrelation multikausalen Ursachen zugrunde liegen kann. Wir müssen ja nicht nur die Veränderungen der KFZ selbst einbeziehen, sondern auch die Zeiträume, in denen es enorme Veränderungen an der Infrastruktur und deren Technik gegeben hat - und auch in der Gesellschaft und ihrem Verhalten, ebenso ist die Gesetzgebung nicht seit 1978 unverändert.

Das darf aber nicht zu der logisch unzulässigen Skalierung führen, dass Autos proportional-linear sicherer und spritsparender werden, je mehr Technik / Elektronik / Software verbaut würde, denn das ist mit Sicherheit falsch. Die Annahme und der Glaube, mit der xfachen Anzahl von Sensoren, Kameras, Steuergeräten, nochmehr Software, uferlos "Assistenten" könne man an einen Punkt kommen, an dem (fast) keine Unfälle mehr passieren, ist nichts weiter als eine Form von Technik-Esoterik. Das wird so nie passieren. Warts ab.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es geht um das Gesamtsystem Auto und das ist sehr viel zuverlässiger geworden.

Ich kann mich noch gut an die Ferienfahrten als Kind erinnern. Da gab es alle paar KM an den Alpenpässen Abstellplätze mit Wasser und Nottelefon und die Plätze waren immer sehr gut belegt mit Autos die überhitzt waren oder sonst nicht mehr weiter kamen. Auf der Reise über die Alpenpässe begegnete man auch immer vielen Autos vom Pannendienst im Einsatz.
Und obwohl mein Vater immer bekannte Deutsche Wertarbeit fuhr und nebst dem Service gemäss Herstellervorgabe sogar noch einen Extra-Service vor längeren Reisen durchführen liess, kamen wir nie ohne eine oder mehrere Pannen in Italien am Meer an.
das sind übliche Probleme in Berg- und Alpenregionen (in vielen Regionen auch heute noch). Hohe Aussentemperaturen, Kühlwasser kocht, steile Berge, geringe Geschwindigkeit, den kleinen Autos und ihren Motörchen viel zuviel Last auferlegt usw. Also weniger Pannen im üblichen Sinn, sondern Reaktionen des Materials / der Technik aufgrund von Überforderungen / Überbeanspruchung.

Das lässt sich nicht wirklich mit den heutigen Situationen vergleichen. Die Technik hat sich stark gewandelt und wurde verfeinert und verbessert, aber die Autos haben neben Effizienzsteigerungen heute auch durchschnittlich deutlich mehr Pferdchen unter der Haube und sind dafür ausgelegt, haben also mehr Spielraum. Das sorgt ua auch (im Schnitt) für höhere mögliche KM-Leistungen.

In der Firma hatten wir vor 40 Jahren noch eine eigene Werkstatt zum Unterhalt der Servicefahrzeuge und die war sehr gut ausgelastet. Und obwohl der Pool der Servicefahrzeuge sowie die Kilometerleistung pro Fahrzeug stark gestiegen sind, hat man von die Betriebswerkstatt vor 20 Jahren geschlossen, weil die Serviceintervalle gestiegen und die Pannen und ausserordentlichen Reparaturen gegen Null gesunken sind, obwohl Aussendienstmitarbeiter bekanntlich nicht schonend mit den Autos umgehen.
üblicherweise fahren schon seit längerem ADM neue oder neuwertige Leasingfahrzeuge. Die reiten nicht mehr wie ganz früher einen Benz 20 Jahre lang.
 
Erneuter Rat: wenn du kannst, interviewe unauffällig dir bekannte Mitarbeiter einiger Werkstätten.
In meinem AH arbeiten auch hochqualifizierte Elektroniker, Mechatroniker und Diagnostiker. Für die stellt die moderne Technik keine grösseren Probleme dar. Und ja, der Mechanikermeister flucht Tag für Tag über die Elektronik, weil er nix davon versteht und seinen Job bedroht sieht.
 
@Katzenpersonal
Richtig, mehr ist nicht zwingend besser und mancherorts hat man es auch übertrieben u.a. um die Grenzen auszuloten. Aber das wird sich einpendeln, genauso wie ein Teil der Bedienelemente wieder weg vom Bildschirm hin zu Tasten wandern.
 
üblicherweise fahren schon seit längerem ADM neue oder neuwertige Leasingfahrzeuge. Die reiten nicht mehr wie ganz früher einen Benz 20 Jahre lang.
Die Laufzeiten waren im beschriebenen Zeitraum etwa gleich hoch und Fahrzeugklassen und eingesetzte Marken auch vergleichbar.
 
@Katzenpersonal
Richtig, mehr ist nicht zwingend besser und mancherorts hat man es auch übertrieben u.a. um die Grenzen auszuloten. Aber das wird sich einpendeln, genauso wie ein Teil der Bedienelemente wieder weg vom Bildschirm hin zu Tasten wandern.
ja und nein. Gerade in den Zusatzsystem überbieten sich die Hersteller nach wie vor mit neuen Features, und die Brüsseler wollen ein zusätzliches Assistenzsystem nach dem anderen. Ist nur eine Zeitfrage, wann die nicht mehr optional und abschaltbar sein werden. Zuerst werden sie die Abschaltung immer komplizierter machen, irgendwann fallen die Optionen raus. Alles im Namen von Verkehrssicherheit und CO2-Ängsten bzw selbst auferlegten EU-Klimazielen.

Das könnte zB für den einen oder anderen Brillenträger zu einem Problem werden; nämlich dann, wenn (wie es inzwischen bei vielen der Fall ist) der kamerabasierte Müdigkeitswarner schon zu kreischen beginnt, sobald man eine Sonnenbrille aufsetzt (oder der Selbsttönungseffekt der Gleitsichtbille einsetzt), oder bei bestimmten Augenproblemen zu starke Verzerrungen im Brillenglas herrschen, weil das Ding dann die Augen nicht mehr klar im Fokus hat. Bei einem Bekannten ist es so drastisch, dass der nicht mal etwas stärker zur Seite blicken kann, ohne sofort lautstark gemassregelt zu werden. Da er weder auf eine Brillentönung verzichten noch sich permanent so stark einschränken und ständig von ein bisschen Software ausschimpfen lassen will, denkt jetzt ernsthaft über einen Youngtimer nach, denn so nervzerfetzend hatte er (starker Technik- und Autofan) sich das mit den Assistenten nicht vorgestellt.

Zu den Tasten: das sind zwar dann in gewisser Hinsicht schon direkt erreichbare Tasten (Taster, um genau zu sein), aber sie werden letztlich nur softwaregesteuert abgefragt und schalten Verbraucher und Funktionen nicht physisch-direkt - das erledigt die Software, je nach aktuellen deren Zustand und Meinung (kann schon mal passieren, dass sie einen ignoriert, wegen Energiebedenken oder sonstwas). Mein D3 neigt gelegentlich dazu, das Media Display nicht oder erst sehr viel später bzw nur auf Knopfdruck (selbst Reset geht nicht immer, das Ding ist dann einfach mit etwas anderem beschäftigt und will nicht - BMS?) hochzufahren. In der Zeit kann man zwar fahren, weiss aber rein gar nichts über die tatsächlichen Einstellungen (Heizung, Klima, Düsenstellungen), denn dafür wird das Display gebraucht. Und nein, ich hab kein Montagsauto, der Fehler ist bekannt, wird aber stillschweigend-schulterzuckend ignoriert und weitertransportiert, weil er "nicht so drastisch" ist.

Kurz: dass das in absehbarer Zeit tatsächlich wieder besser wird, ist doch sehr unwahrscheinlich. Insbesondere, weil man durch die Brüsseler Schnellschüsse immer ein Mindestmass an Übertechnisierung und Überkomplexität zwingend an Bord zu haben hat - was bedeutet, dass man auch keinen nennenswerten, auf der Fahrzeugwahl basierenden Einfluss im Hinblick auf eine grössere Veränderung in Richtung vernünftiges Mass ausüben kann. Im Moment ist nur eine Richtung erkennbar: immer mehr, egal, zu welchem Preis.
 
In meinem AH arbeiten auch hochqualifizierte Elektroniker, Mechatroniker und Diagnostiker. Für die stellt die moderne Technik keine grösseren Probleme dar. Und ja, der Mechanikermeister flucht Tag für Tag über die Elektronik, weil er nix davon versteht und seinen Job bedroht sieht.
für einen einigermassen repräsentativen Einblick benötigt man schon eine gewisse Bandbreite. Muss jetzt keine ausgewachsene Studie sein, aber mehr als 1 AH ist schon dringend nahezulegen. Denn besonders, wenn es sich um das eigene AH handelt (wo man das Auto nach deren Beratung gekauft hat), werden die sich nicht damit brüsten, uferlos Probleme zu haben, denn das würde sie inkompetent und auch ein bisschen betrügerisch (hätte man mir das früher gesagt...) erscheinen lassen. Insofern ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Mechanikermeister offener und ehrlicher ist als seine Belegschaft, und das nicht nur, weil er um seinen Job fürchtet (alles im Bereich KFZ-Reparatur wird derzeit händeringend gesucht). Und Autohäuser sind nicht gleich Vertragswerkstätten. Erstere müssen weitere Fahrzeuge verkaufen, letztere stehen nicht unter diesem Druck.

Eigentlich waren Mechatroniker / Diagnostiker aus dem Bekannten- und Freundeskreis gemeint. Also Leute, die auch mal im privaten Umfeld aus dem Nähkästchen plaudern. Deshalb schrieb ich "wenn du die Möglichkeit hast", denn die hat nicht jeder.
 
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